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Wirtschaft

Investor Blackstone kauft Hilton-Hotels

Eine der größten Hotelketten der Welt wird von einem Finanzinvestor übernommen: Die Beteiligungsgesellschaft Blackstone kauft Hilton für 26 Milliarden US-Dollar. Blackstone spricht von einem strategischen Investment.

Hilton-Hotel in Berlin

Das Hilton-Imperium kontrolliert 2800 Hotels, darunter dieses in Berlin

Der Kaufpreis werde in bar bezahlt, teilte Blackstone am Dienstag (3.7.07) mit. Das Hilton-Führungsgremium habe dem Verkauf bereits zugestimmt. Nun müssen noch die Hilton-Aktionäre und die Aufsichtsbehörden grünes Licht für die Übernahme geben.

Blackstone will nach eigenen Angaben für jede Hilton-Aktie 47,50 US-Dollar bezahlen. Damit überbietet der Investor deutlich den Schlusskurs der Aktie vom Dienstag, der bei 36,05 Dollar lag. Überdies nimmt die Beteiligungsgesellschaft die Schulden der Hotelkette auf sich. Die Übernahme solle im vierten Quartal 2007 abgeschlossen werden, erklärte Hilton.

Hilton-Chef: "Beträchtliche Prämie für Aktionäre"

"Unser Verwaltungsrat kam zu dem Schluss, dass dieses Geschäft für unsere Aktionäre eine beträchtliche Prämie bringt", sagte Hilton-Vorstandschef Stephen Bollenbach. Blackstone-Manager Jonathan Gray erklärte, sein Unternehmen sehe Hilton als wichtiges strategisches Investment an. Eine Zerschlagung sei nicht geplant.

Logo Blackstone

Seit zwei Wochen an der Börse: Der US-Investor Blackstone

Auch Gewerkschaftsvertreter zeigten sich zufrieden. Blackstone habe sich in der Vergangenheit als fairer Partner für abertausende Hotelmitarbeiter erwiesen, erklärte Gewerkschaftspräsident Bruce Raynor von der Organisation Unite Here.

Hotels in 76 Ländern

Hilton ist eine der weltgrößten Hotelgruppen. Der Konzern kontrolliert 2800 Hotels mit 480.000 Zimmern in 76 Ländern und beschäftigt 100.000 Mitarbeiter. Hilton erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 8,2 Milliarden Dollar. Zu seinen Luxus-Hotelketten zählen neben den Hilton Hotels auch Conrad Hotels and Resorts, Doubletree, Embassy Suites, Hampton Inn und die Waldorf-Astoria Collection. Zuletzt hatten Renovierungskosten den Gewinn der Hilton-Gruppe gedrückt. Im Mai trennte sich der Konzern bereits von den Scandic-Hotels und nahm dadurch gut eine Milliarde Dollar ein, die in den Schuldenabbau gesteckt werden sollten.

Die Beteiligungsgesellschaft Blackstone ist bereits ein wichtiger Mitspieler im internationalen Hotelgeschäft; in den USA und Europa besitzt der Finanzinvestor über 100.000 Hotelzimmer. Dazu zählen unter anderem die La Quinta Inns and Suites sowie die LXR-Luxus-Hotels. Blackstone ist auch einer der aktivsten amerikanischen Immobilieninvestoren. Vor knapp zwei Wochen hat der Investor bei einem Börsengang 4,1 Milliarden Dollar eingenommen. In Deutschland ist Blackstone vor allem als Telekom-Großaktionär bekannt.

Geldregen für Hilton-Großvater

Paris Hilton mit Sonnenbrille

Bekanntestes Mitglied der Hotelerben-Familie ist Partygirl Paris Hilton

Dass Investorengruppen milliardenschwere Angebote für Hotels abgeben, ist längst keine Seltenheit mehr. Die Branche boomt seit einigen Jahren - die große Nachfrage erlaubt es den Hoteliers, die Preise kontinuierlich zu erhöhen. So willigte der Luxus-Hotelbetreiber Four Seasons im Februar in eine gut drei Milliarden schwere Übernahmeofferte einer Gruppe um den US-Milliardär Bill Gates ein. Das Blackstone-Angebot für Hilton ist aber das bislang höchste dieser Art in der jüngeren Vergangenheit.

Die Übernahme bedeutet auch einen Geldregen für Barron Hilton, den Großvater des Society-Sternchens Paris Hilton. Er besitzt nach Unternehmensangaben 5,3 Prozent der Hilton-Aktien und kontrolliert über eine Stiftung noch knapp 21 Millionen weitere Aktien. Die Hilton-Gruppe war 1919 von Conrad Hilton gegründet worden, dem Urgroßvater des US-Partygirls Paris Hilton.

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