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Wirtschaft

China steigt bei Blackstone ein

China steigt mit drei Milliarden Dollar bei der amerikanischen Investmentfirma Blackstone ein. Die Volksrepublik sitzt auf riesigen Währungsreserven, für die sie nach lukrativen Anlagemöglichkeiten sucht.

China verfügt über Devisenreserven in Höhe von 1,2 Billionen Dollar, Quelle: AP

China verfügt über Devisenreserven in Höhe von 1,2 Billionen Dollar

China leiht dem US-Finanzinvestor Blackstone auf mehrere Jahre eine Milliardensumme. Rund drei Milliarden Dollar (2,2 Milliarden Euro) der riesigen Devisenreserven der Volksrepublik sollen bei Blackstone investiert werden. Dies bestätigten die Blackstone Group LP und die zuständige chinesische Staatsagentur SIE am Montag (21.5.). Der Einstieg der Chinesen bei Blackstone erfolgt gleichzeitig mit dem geplanten Börsengang des New Yorker Finanzinvestors.

"Sehr glücklich"

Blackstone will bei seinem Börsengang 133,3 Millionen Anteile zu Preisen zwischen 29 und 31 Dollar je Stück zum Verkauf anbieten. Außerdem erhalten die den Börsengang begleitenden Firmen die Möglichkeit, zusätzlich bis zu 20 Millionen Blackstone-Anteile zu kaufen, so dass insgesamt bis zu 153,3 Millionen Anteile angeboten werden. Als Gesamteinnahme erwartet Blackstone maximal 4,75 Milliarden Dollar. Dies hat Blackstone am Montag in Unterlagen bekannt gegeben, die bei der amerikanischen Wertpapier- und Börsenbehörde SEC eingereicht wurden.

Der Gesamtwert der Investmentfirma wird von Marktexperten auf rund 40 Milliarden Dollar geschätzt. Einschließlich der Beteiligung der Chinesen erhält Blackstone somit maximal rund 7,75 Milliarden Dollar.

Der Vertrag zwischen Blackstone und der SIE sei am Sonntag unterzeichnet worden, hieß es. Das Geld solle mindestens vier Jahre bei Blackstone bleiben, danach dürfen demnach nicht mehr als ein Drittel pro Jahr verkauft werden, so die SIE und Blackstone. "Wir sind sehr glücklich, dass SIE damit erstmals in eine respektierte Firma wie Blackstone investieren", erklärte Lou Jiwei, der Leiter der an der Transaktion beteiligten Arbeitsgruppe bei SIE.

Ein neuer Wall-Street-König?

Blackstone-Chef und -gründer Stephen A. Schwarzman - er wird als neuer Wall-Street-König gefeiert - begrüßte die Beteiligung der chinesischen Gesellschaft. Es sei eine wichtige Transaktion für beide Unternehmen. Chinesische Medien hatten bereits in den vergangenen Tagen von dem Deal berichtet, allerdings ohne die Einzelheiten zu nennen.

China, das Deutschland wohl bald als Export-Weltmeister ablösen wird, sitzt auf riesigen Währungsreserven im Wert von 1,2 Billionen Dollar, die es durch den Export von Elektronik oder Textilien einnimmt. Für diese Riesensummen sucht das Land nach profitablen Anlegestrategien. Bisher liegt der größte Teil der chinesischen Währungsreserven in US- Regierungsanleihen und ähnlichen Investments. Für Blackstone verspricht die Beteiligung der Chinesen voraussichtlich bessere Chancen bei zukünftigen Deals mit chinesischen Unternehmen.

Drache und Heuschrecke

Blackstone, einer der von Kritikern als "Heuschrecken" geschmähten Investoren, wiederum sammelt Geld ein, um damit Anteile von Konzernen oder auch ganze Firmen zu übernehmen. So stieg die Firma etwa bei der Deutschen Telekom ein. Zuletzt machte der US-Finanzinvestor Cerberus von sich reden, als er vergangene Woche die US-Sparte Chrysler von DaimlerChrysler kaufte.

Blackstone ist an dutzenden Unternehmen in aller Welt beteiligt oder kontrolliert sie vollständig. Die Gesellschaft verfügt auch über Hedgefonds und Immobilienanlagen und hat gegenwärtig 88,4 Milliarden Dollar Vermögenswerte unter Verwaltung. Allein im vergangenen Jahr verdiente das Unternehmen 2,3 Milliarden Dollar. Es hat nur 770 Mitarbeiter. (stu)

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