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Ostmitteleuropa

Internationale Schleuserbande in Tschechien zerschlagen

– Grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Polizei Tschechiens und Deutschlands erfolgreich

Prag, 15.5.2002, RADIO PRAG, deutsch, Lothar Martin

In den derzeit laufenden Wahlkämpfen mehrerer mitteleuropäischer Länder nimmt das Thema Einwanderer eine bevorzugte Stellung ein. Überall sinnt man danach, insbesondere der illegalen Einwanderer Herr zu werden. Dabei ist man in der aktuellen Legislaturperiode beim Aufspüren von Grenzverletzern - Flüchtlingen wie Schleuserbanden - durchaus nicht so erfolglos wie es scheint. Dies belegt nicht zuletzt die dieser Tage publik gewordene Polizeioperation "Muschel", bei der im Zusammenspiel von tschechischen Polizisten mit deutschen und britischen Detektiven eine internationale Schleuserbande zerschlagen wurde.

Ein Spezialkommando der tschechischen Polizei hat am Dienstag (14.5.) die Bande überrumpelt und gestellt. Bei der Operation "Muschel" wurden 17 Schleuser festgenommen, darunter drei Ausländer. Einer der Köpfe der Bande, ein sich in Tschechien legal aufhaltender Ausländer, wurde Polizeisprecherin Blanka Kosinova zufolge von Kräften der Abteilung zur Aufdeckung des organisierten Verbrechens in Deutschland gefasst. Ein erneuter Beleg also, dass die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen tschechischen und deutschen Polizisten ihre Früchte trägt.

Die Schleuserbande hatte es seit Dezember 2000 vermutlich einigen Tausend Flüchtlingen ermöglicht, illegal die tschechische Grenze zu überqueren. "Der Gewinn aus dieser ungesetzlichen Tätigkeit auf unserem Territorium beträgt ca. 60 Millionen Kronen", teilte die Polizeisprecherin gegenüber Journalisten mit. Des Weiteren führte Blanka Kosinova aus: "Alle 17 festgenommenen Personen befinden sich derzeit in einer Zelle in polizeilichem Gewahrsam. Sie werden beschuldigt, unerlaubt die Staatsgrenze passiert und an einer Verbrechervereinigung beteiligt gewesen zu sein."

Den festgenommenen Bandenmitgliedern droht nun eine bis zu zehnjährige Haft. Ob sie in Untersuchungshaft müssen oder bis zum Abschluss der Ermittlungen auf freien Fuß gesetzt werden, darüber entscheidet dieser Tage das Gericht. Anfang April hatte die tschechische Polizei bei einer landesweiten Razzia bereits eine Gang mit 25 Mitgliedern gefasst, die rund 28 000 Flüchtlinge illegal über das Gebiet der Tschechischen Republik geschleust hatte. Die Bande bestand aus Bürgern der ehemaligen UdSSR, Jugoslawiens und Tschechiens. Die Flüchtlinge wiederum kamen größtenteils aus Indien, Pakistan und Afghanistan. Der Gewinn durch ihre illegale Tätigkeit wurde mit 300 Millionen Kronen beziffert. (ykk)

  • Datum 16.05.2002
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  • Permalink http://p.dw.com/p/2Bj4
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