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Politik

Internationale Pressestimmen der vergangenen Woche

Der türkische Kampf gegen die PKK

Noch bekämpft das türkische Militär die vermuteten Stellungen der kurdischen Rebellengruppe PKK im Nordirak vor allem aus der Luft. Aber es laufen die Vorbereitungen für eine mögliche Großoffensive in das Nachbarland, um die regelmäßigen Angriffe durch kurdische Separatisten zu beenden. Dabei steht die Regierung in Ankara international allein - und fühlt sich allein gelassen, vom Irak, von den USA und der EU. Der drohende Konflikt in der spannungsreichsten Region der Welt steht im Mittelpunkt europäischer Pressekommentare.

Die französische Zeitung RÉPUBLICAIN LORRAIN stellt fest:

"Das türkische Parlament hat seine Einwilligung für Einmärsche der Armee in den Irak gegeben; dies ist in den Augen des Irak, der selbst in einen Bürgerkrieg verwickelt ist und unter ausländischer Besatzung steht, ein kriegerischer Akt. Was als Maßnahme zur Erhaltung der Ordnung dargestellt wird, bedeutet eine Verletzung der irakischen Grenze und einen neuen Konflikt - und dies ausgerechnet in der einzigen Region des Irak, in der es bisher einigermaßen ruhig war."

Die spanische Zeitung ABC schreibt:

"Wenn die Türkei eine großangelegte militärische Aktion startet, spielt sie damit den kurdischen Terroristen in die Hände. Wenn Ankara aber untätig bleibt und es weitere Angriffe auf türkische Truppen gibt, drohen größere Proteste in der Bevölkerung. Die USA, die EU und die NATO riefen Ankara zur Mäßigung auf. Damit wiesen sie den Weg, der im Augenblick der beste ist. Im Kampf gegen den Terror hat die Türkei das Recht auf ihrer Seite. Aber sie sollte sich von ihren Feinden nicht provozieren lassen."

In der österreichischen Zeitung DIE PRESSE heißt es:

"Es fällt unter das Kapitel Selbstverteidigung, wenn die türkische Armee der PKK auf irakischem Territorium nachsetzt. Trotzdem ist Ankara gut beraten, nicht in die Falle einer Großoffensive zu tappen. Die PKK, diese krude marxistisch-nationalistische Sekte, steht im Grunde vor ihrem Ende. Dem kurdischen Volk, das sie zu vertreten vorgibt, werden dank EU-Annäherung der Türkei erstmals greifbare Rechte eingeräumt. Der klägliche militante Rest der PKK braucht deshalb den Krieg wie ein Vampir Blut."

Der britische INDEPENDENT mahnt zur Unterstützung der Türkei:

"Allerdings sind die etwa 3000 Kämpfer der PKK tief in der kurdischen Region des nördlichen Irak konzentriert. Die türkische Armee würde die Gegenwehr vieler Kurden heraufbeschwören. Um eine Eskalation zu vehindern, ist schnelles Denken kühler Köpfe erforderlich, in Ankara, Washington und im NATO-Hauptquartier in Brüssel, da NATO-Mitglieder wie die Türkei die Hilfe ihrer Alliierten einfordern können, wenn ihre Grenzen bedroht sind. Die USA mit ihrer Militärpräsenz im Nordirak sind aufgerufen, zu handeln."

Auch der Schweizer TAGES-ANZEIGER meint:

"Die USA müssten endlich alle Hebel gegen die PKK in Bewegung setzen. Mit ihrer Untätigkeit lassen sie einen jahrzehntealten Alliierten im Stich, sie beschwören einen neuen Krieg herauf. Die Türken müssten ihren Dünkel ablegen und direkt mit den kurdischen Führern des Nordirak verhandeln. Und die Kurden des Nordirak müssten begreifen, dass eine Kooperation gegen die PKK in ihrem Interesse liegt. Dann könnte sich eine heraufziehende Katastrophe sogar noch in eine Chance verwandeln."