Insider: PSA will die Hälfte vom Opel-Kaufpreis zurück | Wirtschaft | DW | 29.11.2017
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Wirtschaft

Insider: PSA will die Hälfte vom Opel-Kaufpreis zurück

Böses Erwachen bei den Franzosen: Rund vier Monate nach der Opel-Übernahme will der Autobauer PSA rund die Hälfte des Kaufpreises vom früheren Eigner General Motors zurück. Grund sind zu hohe CO2-Emissionen.

Wegen der hohen CO2-Emissionen von Opel, die angesichts schärferer Abgasziele in Europa zu hohen Strafzahlungen führen könnten, fordern die Franzosen mehr als 500 Millionen Euro zurück, wie mehrere mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Ein Insider sprach von einer Summe zwischen 600 und 800 Millionen Euro. Der französische Autobauer hatte rund 1,3 Milliarden Euro für Opel bezahlt. PSA und GM lehnten eine Stellungnahme ab. "Kein Kommentar von unserer Seite", teilte ein PSA-Sprecher am Mittwoch auf Anfrage in Paris mit.

Zwei Insider sagten, PSA sehe sich getäuscht, was Opels Abgasstrategie angeht. Die Franzosen hätten GM deshalb mitgeteilt, dass sie mehr als eine halbe Milliarde zurückzufordern gedenken. Entsprechende juristische Schritte seien beabsichtigt. Die beiden Unternehmen hätten über die Beschwerde von PSA gesprochen. Der Rechtsweg sei noch nicht beschritten worden.

PSA-Chef Carlos Tavares hatte Anfang November gesagt, dass der seit Jahren Verluste schreibende Autobauer Opel "in einer dramatischen Lage" sei und es derzeit nicht schaffe, das Ziel von 95 Gramm CO2-Ausstoß je Kilometer zu schaffen. Dies würde nach jetzigem Stand empfindliche Strafen bedeuten. Die EU-Kommission hatte erst vor kurzem eine weitere Absenkung der Grenzwerte um 30 Prozent bis 2030 gefordert, um die Autobauer zu mehr Klimaschutz zu zwingen.

Erst im Sommer erworben

PSA hatte den chronisch defizitären Rüsselsheimer Autobauer Opel im Sommer übernommen - mit dem Ziel, die Marke mit dem Blitz bis spätestens 2020 in die schwarzen Zahlen zu führen. Der für ebenso harte wie erfolgreiche Sanierungsschritte bekannte PSA-Chef will die Kosten unter anderem durch eine Vereinheitlichung der Fahrzeug-Architekturen senken und den Absatz durch neue, gemeinsam entwickelte Modelle ankurbeln. Nachholbedarf hat Opel vor allem bei der Umstellung auf Elektro- und Hybridautos.

Angesichts von Dieselkrise und strenger werdenden CO2-Vorschriften haben die meisten Hersteller zuletzt bei der Elektromobilität kräftig Gas gegeben und eine Fülle neuer Modelle angekündigt. Volkswagen beispielsweise will bis zum Jahr 2025 Weltmarktführer bei E-Autos werden und investiert mehr als 70 Milliarden Euro in saubere Fahrzeuge.

zdh/bea (rtr, dpa)