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Aktuell Afrika

Inoffizielles Wahlergebnis sieht Kenyatta vorn

Der derzeitige Vize-Premier hat laut inoffiziellem Endergebnis die Präsidentschaftswahl in Kenia gewonnen. Sein Vorsprung ist allerdings nur hauchdünn. Sein Kontrahent Odinga wird die Wahl wohl anfechten.

Das offizielle Endergebnis will die nationale Wahlkommission erst am Vormittag bekanntgeben, doch schon in der Nacht meldeten Medien den Sieg des bisherigen Vize-Premiers Uhuru Kenyatta. Demzufolge erreichte der Sohn des Staatsgründers Jomo Kenyatta mit 50,03 Prozent der Stimmen denkbar knapp die absolute Mehrheit.

Mit diesem Ergebnis würde er einer Stichwahl gegen den amtierenden Regierungschef Raila Odinga entgehen. Beobachter rechnen jedoch damit, dass dieser die Wahl anfechten wird.

Siegesfeiern der Kenyatta-Anhänger

Nachdem der britische Sender BBC sowie lokale Medien das inoffizielle Endergebnis der Wahl bekanntgegeben hatten, feierten die Anhänger Kenyattas im Wahlkampfzentrum der Kenya African National Union den Sieg ihres Kandidaten.

Die Wahlen waren allerdings überschattet von Manipulationsvorwürfen: Nach dem Ausfall des elektronischen Auszählsystems wurden die Stimmzettel per Hand ausgewertet. Mehrere Zivilrechtsorganisationen forderten einen Stopp der Auszählung. Ein Gericht in der Hauptstadt Nairobi lehnte das Ansinnen jedoch ab.

Präsident unter Anklage

Ein Sieg Kenyattas bei der Wahl könnte Kenias Verhältnis zum Westen nachhaltig beeinflussen. Der potentielle Sieger der Präsidentschaftswahl muss sich vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag wegen der gewalttätigen Ausschreitungen nach den Wahlen 2007 verantworten. Ihm werden Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen, darunter Mord und Verfolgung von politischen Gegnern. Kenyatta soll - wie auch der ehemalige Bildungsminister William Ruto, der Vorsitzende des nationalen Sicherheitsrates, Francis Mataura, und der Journalist Johsua Arap Sang - die Kikuyu-Miliz Mungiki bei den Unruhen organisiert haben. Kenyatta hat die Vorwürfe bislang bestritten.

Nach den letzten Wahlen in Kenia 2007 war es monatelang zu blutigen Kämpfen mit mehr als 1200 Toten gekommen, als sich sowohl der amtierende Präsident Mwai Kibaki als auch sein damaliger Kontrahent Odinga zum Sieger erklärt hatten.

mak/sti (rtre, dpa, ape, apf)