Immer mehr Unfälle mit Pedelecs | Wissen & Umwelt | DW | 22.01.2018
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Wissen & Umwelt

Immer mehr Unfälle mit Pedelecs

Die Zahl der Radler, die in Deutschland auf E-Bikes unterwegs sind, wächst - das gleiche gilt für E-Bike-Unfälle mit Verletzten oder sogar Toten. Bei den Unfallopfern ist eine Gruppe besonders stark vertreten.

Die Anzahl der Menschen in Deutschland, die auf ihren E-Bikes in Unfälle verwickelt sind, wächst stetig. In den ersten neun Monaten 2017 kam es laut Statistischem Bundesamt zu insgesamt 4156 Verkehrsunglücken mit Verletzten oder Toten, an denen ein Pedelec-Fahrer beteiligt war. 56 Menschen starben bei diesen Unfällen.

Pedelecs sind E-Bikes, deren Motor sich nur anschaltet, wenn der Radler in die Pedale tritt. Bei voller Motorenleistung - und einem schnell strampelndem Fahrer - dürfen sie höchstens 25 Stundenkilometer schnell werden. Das ist aber schon ein ganz schönes Tempo, wenn man bedenkt, dass kein Führerschein notwendig ist und es nicht einmal eine Helmpflicht gibt.

Von Januar bis September 2016 lag die Anzahl der Pedelec-Unfälle mit Personenschaden noch bei 3260. Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl damit um fast 28 Prozent.

Nach Angaben des Fahrradclubs ADFC gibt es in Deutschland mittlerweile rund 3,5 Millionen Pedelecs (Pedal Electric Cycle). Allein 2017 seien fast 700.000 neue hinzugekommen, das ist ein Anstieg von 25 Prozent.

Mehr Pedelecs - mehr Unfälle. Auf den ersten Blick sind die neuen Zahlen des Statistischen Bundesamts wenig überraschend. Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV) weist jedoch darauf hin, dass eine Bevölkerungsgruppe besonders häufig in die Verkehrsunglücke verwickelt ist.

"Der Anteil Älterer an Pedelec-Unfällen ist überdurchschnittlich hoch", sagte Brockmann der Nachrichtenagentur dpa. "Viele ältere Menschen fahren durch die Unterstützung des Elektromotors viel schneller als es ihre Fähigkeiten eigentlich erlauben."

Viele Senioren, die schon länger nicht mehr auf einem normalen Fahrrad unterwegs sind, schwingen sich offensichtlich immer öfter aufs E-Bike. Ist schließlich weniger anstrengend. Einige Pedelecs werden sogar illegalerweise getunt, so dass sie schneller als 25 kmh fahren.

Rasende Räder und unsichere Fahrer - Experten wie Brockmann gehen davon aus, dass die Zahl der Unfälle auch in den kommenden Jahren weiter steigen wird.

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