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Asien

Immer mehr Tote auf Sumatra

Tote und Trümmer überall: Am Tag nach dem schweren Erdbeben auf Sumatra laufen die Bergungsarbeiten auf Hochtouren. Bislang wurden mehr als 700 Tote geborgen. Es fehlt vor allem aber an schwerem Gerät.

Ein indonesischer Junge in Padang steht inmitten von Trümmern (Foto: AP)

Trauer und Verzweiflung am Tag nach der Erdbeben-Katastrophe auf Sumatra

Den Bergungstrupps bietet sich ein Bild der Verwüstung. In den Straßen der schwer getroffenen Stadt Padang liegen überall Trümmer. Menschen stehen unter Schock und suchen verzweifelt nach Angehörigen. Hunderte Helfer von Armee und Polizei sind mit Baggern und Presslufthämmern im Einsatz, um Geröll beiseite zu räumen.

Viele arbeiten mit bloßen Händen, um nach Überlebenden zu suchen. Das staatliche Djamil-Hospital kann den Zustrom von Verletzten kaum verkraften. Das Gebäude war bei dem Erdstoß vom Mittwochabend (30.09.2009) der Stärke 7,6 zum Teil zerstört worden. Dutzende Menschen werden in Zelten behandelt, die notdürftig vor der Klinik im Freien aufgebaut wurden.

Straßen sind unpassierbar

Rettungskräfte tragen eine Frau auf einer Bahre (Foto: AP)

Die Bergungsteams finden immer mehr Opfer unter den Trümmern

Die Stadt Padang wurde durch das Beben vor Sumatra am schwersten getroffen. In der Hafenstadt mit 900.000 Einwohnern stürzten hunderte Häuser ein, darunter Krankenhäuser, Hotels und Schulen. Ganze Straßenzüge wurden zerstört und sind unpassierbar, Brücken fielen in sich zusammen. Das gesamte Ausmaß der Schäden steht am Tag nach der Katastrophe längst noch nicht fest.

Während der Bergungsarbeiten erschütterte am Donnerstag ein Nachbeben die Insel im Westen Indonesiens. Die Erdbebenwarte registrierte die Stärke 7. "Es brach Panik aus, aber das gestrige Beben war stärker", sagte ein Sprecher der Regionalverwaltung. Das Epizentrum lag rund 240 Kilometer südlich von Padang. Über neue Schäden größeren Ausmaßes liegen keine Angaben vor.

Vermutlich tausende Verschüttete

Motorradfahrer vor einem zerstörten Haus in Padang (Foto: dpa)

In der Hafenstadt Padang wurden hunderte Häuser in Schutt und Asche gelegt

Nach Angaben des Krisenzentrums wurden in Padang und Umgebung bislang mehr als 700 Tote geborgen. Mehr als 2000 Menschen wurden verletzt. Die Einsatzkräfte gehen davon aus, dass sich unter den Trümmern tausende Verschüttete befinden.

Man müsse auf das Schlimmste gefasst sein, sagte Staatspräsident Susilo Bambang Yudhoyono vor seinem Abflug ins Katastrophengebiet, wo er sich persönlich ein Bild vom Ausmaß der Verwüstung machte.

"Wir werden alles tun, um den Opfern zu helfen", erklärte er. Als Soforthilfe stellte die Zentralregierung knapp 18 Millionen Euro zur Verfügung. Transportflugzeuge mit Zelten, Medikamenten und Hilfspaketen machten sich von aus Jakarta aus auf den Weg. Auch zahlreiche Hilfsorganisationen engagierten sich.

Karte Indonesien Sumatra Erdbeben

Anteilnahme der Bundesregierung

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sprachen der indonesischen Regierung ihre Anteilnahme aus. Die Europäische Union stellte drei Millionen Euro bereit, die deutsche Bundesregierung zwei Millionen. Das Geld gehe an die Hilfsorganisationen vor Ort und solle für Trinkwasser und Notunterkünfte gebraucht werden, hieß es bei der EU-Kommission in Brüssel.

Zudem seien Experten der Kommission und des deutschen Technischen Hilfswerks (THW) auf dem Weg ins Katastrophengebiet. Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF rief zu Spenden auf. Derzeit fehlt es vor allem an schwerem Gerät, um das Geröll beiseite zu schaffen und nach Überlebenden zu suchen, berichten örtliche Fernsehsender.

Infrastruktur zerstört

Aus Angst vor Nachbeben hatten Tausende Menschen die Nacht im Freien verbracht. Durch das Beben vom Mittwochabend waren die Stromversorgung ausgefallen und die Telefonleitungen gekappt. Auch die Wasserversorgung fiel aus.

Die Kanalisation ist schwer beschädigt. Gesundheitsministerin Siti Fadilah Supari schloss nicht aus, dass die Folgen schlimmer sein könnten als beim Beben vor drei Jahren auf der Insel Java. Damals waren 5800 Menschen umgekommen und 150. 000 Häuser zerstört worden.

Autorin: Eleonore Uhlich (mit dpa,afp,ap,rtr)

Redaktion: Oliver Samson

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