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Nahost

IAEA weiter unzufrieden mit dem Iran

Die Internationale Atomenergiebehörde sieht zwar erste Fortschritte im Atomstreit mit dem Iran: Das Land habe seine Urananreicherung verlangsamt und Inspekteure ins Land gelassen. Doch der IAEA reicht das nicht aus.

Flagge der IAEA vor der Zentrale in Wien (Foto: AP)

Trotz Fortschritten bleibt die IAEA in Sachen Iran kritisch

Einem Bericht der IAEA vom Freitag (28.08.2009) zufolge hat der Iran seine Aktivitäten zur Gewinnung von Kernbrennstoffen zuletzt leicht zurückgefahren. Außerdem habe die Islamische Republik eine Forderung der Atomenergiebehörde erfüllt und bessere Kontrollen ihrer Urananreicherungsanlage in Natans zugelassen. Unter anderem sei den Inspekteuren erlaubt worden, einen im Bau befindlichen Reaktor zu besuchen.

Noch viele Fragen offen

Uranaufbereitungsanlage in Isfahan (Foto: AP)

Nach eigenen Angaben will der Iran Atomkraft nur zu zivilen Zwecken nutzen

Gleichzeitig sollen aber rund 1000 zuätzliche Zentrifugen installiert worden sein, so dass deren Zahl nun insgesamt auf über 8300 gestiegen sei. Dadurch könne der Iran seine Bemühungen zur Urananreicherung erheblich vorantreiben. Allerdings befänden sich derzeit nur rund 4600 Zentrifugen in Betrieb, da viele von ihnen wegen Reparaturarbeiten abgeschaltet worden sein sollen. Dennoch habe das Land im Vergleich zum Mai 2009 seinen Vorrat an schwach angereichertem Uran von knapp 200 auf über 1500 Kilogramm aufstocken können. Dieses Uran ist jedoch nur für zivile Zwecke nutzbar. Für den Bau einer Atombombe wäre hoch angereichertes Uran nötig. Dafür müsste der Iran seine Zentrifugen aber erst umbauen. Weiterhin kritisierte der IAEA-Bericht die Regierung in Teheran dafür, Informationen zu verschiedenen Waffenprojekten zurückzuhalten. Trotz mehrfacher Aufforderung habe der Iran "das Wesentliche in diesen Fragen noch nicht angemessen behandelt."

Verschärfung der Sanktionen möglich

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (Foto: AP)

Das iranische Atomprogramm war wiederholt Thema im UN-Sicherheitsrat

Der Bericht dient als Grundlage für ein Sechs-Nationen-Treffen am 2. September in Frankfurt. Dort wollen Vertreter Deutschlands sowie der fünf ständigen UN-Sicherheitsratsmitglieder USA, Großbritannien, Frankreich, Russland und China über weitere Sanktionen gegen den Iran entscheiden. Bereits am Donnerstag hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel für weitere Sanktionen im Energiesektor und in anderen sensiblen Bereichen ausgesprochen, falls bis zum September keine Fortschritte erzielt würden. Man könne beträchtlich über die bisherigen Sanktionen hinausgehen, kündigte Merkel an. Nach den jüngsten Zugeständnissen der Führung in Teheran ist jedoch noch ungewiss, ob vor allem China und Russland schärferen Maßnahmen zustimmen werden. (tl/gri/rri/afp/ap/dpa/rtr)

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