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Wirtschaft

Hypo Real Estate braucht noch mehr Geld

Die Milliardenhilfe für die angeschlagene Münchner Hypo Real Estate ist erneut aufgestockt worden. Damit steigt die gesamte Hilfe auf mehr als 100 Milliarden Euro.

Schriftzug Hypo Real Estate (Foto: AP)

Hypo Real Estate Zentrale in München

Der um sein Überleben kämpfende Münchner Immobilienfinanzierer Hypo Real Esate (HRE) braucht schon wieder Geld. Zusätzlich zu den bisher gewährten Milliardenhilfen gewährte der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) dem Konzern am Mittwoch (10.02.2009) Garantien in Höhe von zehn Milliarden Euro. Damit beläuft sich der Garantierahmen durch die SoFFin jetzt auf 52 Milliarden Euro, teilte das Geldinstitut in München mit.

Weitere 50 Milliarden Euro kamen aus einem Rettungspaket, das der Staat und andere Banken bereits im Oktober schnürten. Insgesamt hat die Hypo Real Estate also 102 Milliarden Euro an Kapitalhilfen und staatlichen Garantien erhalten.

Ein Fass ohne Boden?

Schriftzug unter Piktogramm Notausgang (Foto: AP)

Immer nur abwärts: die Hypo Real braucht frisches Geld

Auch das reicht noch nicht aus. Wegen der dramatischen Lage braucht die HRE dringend Eigenkapital. Die Verhandlungen darüber mit dem Bankenrettungsfonds SoFFin seien noch nicht abgeschlossen, sagte Vorstandschef Axel Wienandt. Der Kapitalbedarf wird in Finanzkreisen mit mindestens zehn Milliarden Euro veranschlagt.

Mit den jetzt gewährten Garantien kann sich die HRE bis Mitte Juni mittels Schuldverschreibungen Geld besorgen. Damit sollen dann fällige Kredite, Anleihen sowie Kundeneinnahmen zurückgezahlt werden.

Verhandlungen mit Großinvestor

Peer Steinbrück (Foto: AP)

Drohte mit Enteignung: Finanzminister Peer Steinbrück

Derweil kommt in die seit Wochen laufende Diskussion über die Verstaatlichung Bewegung. Die SoFFin und der HRE-Mehrheitsaktionär J.C. Flowers wollen sich am Donnerstag (12.02.2009) treffen, um über die Bedingungen eines Einstiegs des Bundes zu verhandeln. Der Finanzinvertor hält derzeit 25 Prozent der HRE-Anteile. Er hatte die Aktien Mitte 2008 für einen Preis von 22,50 Euro pro Stück gekauft. Sie sind derzeit nur noch 1,30 Euro wert.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück hatte bislang mit einer Enteignung von Flowers gedroht, sollte dieser die Aktien nicht zu einem marktgerechten Preis abgeben. Der Finanzminister war damit aber auf Widerstand in der Union gestoßen. Da auch Flowers mehrfach seinen Willen zu Verhandlungen erklärt hat, läuft wohl alles auf eine Einigung hinaus. Auch der neue Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat sich für eine Verhandlungslösung stark gemacht.

Die Hypo Real Estate hat allein in den ersten neun Monaten 2008 mehr als drei Milliarden Euro abschreiben müssen. Ihr Hauptproblem ist die mangelnde Liquidität. Ihr droht die Pleite, weil ihre irische Tochter, die Pfandbriefbank Depfa, langfristige Kredite kurzfristig finanzierte. Seit dieses riskante Modell mit der Finanzmarktkrise und dem Austrocknen der Kapitlmärkte zusammenbrach, halten nur noch Staatsbürgschaften das Geschäft am Leben. (gmf)

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