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Kultur

"Huygens" wohlauf

"Huygens" hat es geschafft: Die Sonde ist offenbar wohlbehalten auf dem Saturn-Mond Titan gelandet. Und hat eifrig Daten von dem unerforschten Trabanten gesendet.

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Hört die Signale: Die Sonde sendet wie geplant


"Es kann keine harte Landung gewesen sein, denn 'Huygens' sendet noch", sagte David Southwood, Wissenschaftsdirektor der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA) im Kontrollzentrum in Darmstadt. "Wir sind damit die ersten Besucher auf dem Titan", frohlockte der Generaldirektor
der Europäischen Raumfahrtagentur, Jean-Jacques Dordain.

Sonde Huygens auf dem Weg zum Saturnmond Titan

Huygens auf dem Weg zum Saturnmond Titan

Datensammlung im Fallen

Nach dem Eintritt in die Titan-Atmosphäre musste "Huygens", deren Form an einen Wok erinnert, enorme Belastungen aushalten: Auf bis zu 1800 Grad Celsius, so hatten die Wissenschaftler vorher berechnet, würde sich das Schutzschild erhitzen. Drei Fallschirme bremsten dann den Sturz der 343 Kilogramm schweren Sonde ab. Nach der Landung wartete dann enorme Kälte auf "Huygens": Minus 180 Grad soll die Temperatur auf dem Titan betragen.

Die zweieinhalb Stunden, in denen "Huygens" an Fallschirmen durch die Atmosphäre von Titan schwebte, waren für die Mission bereits von zentraler Bedeutung. Massenspektrometer und Analysegeräte sollten die Zusammensetzung der Gashülle untersuchen - nach möglichen Spuren von früherem Leben. Eine Kamera sollte zudem 750 Bilder von der Oberfläche des Mondes schießen, auf der die Forscher Seen oder Meere aus flüssigem Methan erwarten.

Die Raumsonde hat offensichtlich nicht nur die Reise durch die Atmosphäre des Titan, sondern auch den Aufprall auf die Oberfläche (laut ESA um 12.47 Uhr mitteleuropäischer Zeit) gut überstanden: "Huygens" hat bereits fleißig in der unwirtlichen Umgebung geforscht und Daten zum Mutterschiff, der US-Raumsonde "Cassini", gefunkt. "Cassini" soll die Ergebnisse zur Erde weiterleiten.

Raumsonden Huygens / Cassini auf dem Weg zum Saturnmond Titan

Raumsonden Huygens / Cassini unterwegs

7 Jahre Flug

Seit Jahrzehnten hatten Forscher rund um die Welt die Reise zum Saturn-Mond vorbereitet: Am 15. Oktober 1997 war es soweit. Vom US-Raumfahrtzentrum Cape Canaveral startete das US-Raumschiff "Cassini", huckepack die europäische Sonde "Huygens". Weihnachten 2004 trennten sich nach sieben Jahren Flug die Wege des Paares: "Cassini" stieß "Huygens" ab, die seitdem allein und ohne Kontakte zur Erde auf den Titan zuraste. Erst am Morgen vor der geplanten Landung wurde "Huygens" wieder aufgeweckt, um die letzte Etappe des Fluges zurückzulegen.

Gruß an die Titanier

"Huygens" hat übrigens nicht nur wissenschaftliche Ausrüstung an Bord - sondern auch eine CD für Außerirdische, die ja hinterm (Saturn-) Mond leben könnten. Darauf sind nach ESA-Auskunft Rockmusik und Grußbotschaften in vielen Sprachen gespeichert, unter anderem "Frieden allen Titaniern". Ein Niederländer schickte angeblich folgende Botschaft mit: "Falls Sie Arbeit für mich haben, dann setzen Sie sich mit mir in Verbindung." (reh)

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