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USA

Hurrikan "Irma" trifft Florida mit großer Wucht

Hurrikan "Irma" hat in Florida etwas an Kraft verloren, nicht jedoch an Gefährlichkeit. Mindestens drei Menschen kamen ums Leben. Millionen Haushalte sind ohne Strom. Hunderttausende harren in Notunterkünften aus.

Der Hurrikan zog zunächst mit extrem starken Böen und schweren Regenfällen über die vorgelagerte Inselgruppe Florida Keys hinweg und traf dann etwas weiter nördlich an der Westküste des US-Bundesstaates Florida erneut auf Land, wie der US-Wetterdienst mitteilte. Das Auge bewegt sich in langsamem Tempo nordwärts und wird voraussichtlich zwischen den beiden Großstädten Tampa und Orlando hindurchziehen, wie der Sender ABC berichtete. Drei Menschen seien bei vom Wetter mitverursachten Verkehrsunfällen ums Leben gekommen. Schwerste Schäden drohen fast im gesamten Bundesstaat. Inzwischen seien über drei Millionen Haushalte ohne Strom, melden lokale Energieversorger. Mehreren weiteren Millionen drohe dies ebenfalls. Die vollständige Wiederherstellung der Stromversorgung könne Wochen dauern.

Ein "großes Monster"

US-Präsident Donald Trump kündigte an, möglichst bald nach Florida reisen zu wollen, um sich ein Bild von den Schäden zu machen. "Irma" sei ein "großes Monster", sagte Trump. Der Sturm richte schwere Schäden an. Aktuell gehe es aber um die Rettung von Menschenleben. Der US-Präsident rief für Florida den Katastrophenfall aus und machte damit den Weg frei für Bundeshilfen. Bewohner und Unternehmen können sich beispielsweise um Zuschüsse bewerben - etwa für Hausreparaturen oder für vorübergehende Unterkünfte. 

Der Sturm brachte an beiden Küsten weitreichende Überflutungen, so zeigen Fernsehbilder beispielsweise Überschwemmungen in der Innenstadt von Miami. In der Millionenmetropole brachen mindestens zwei Baukräne zusammen, wie der "Miami Herald" berichtete. An der Ostküste entwickelten sich innerhalb einer Stunde sechs Tornados, wie der nationale Wetterdienst berichtete. Mit weiteren Wirbelstürmen sei zu rechnen. Am Sonntagnachmittag (Ortszeit) wurde Irma zwar von der zweithöchsten Kategorie 4 zunächst auf Kategorie 3 und dann auf Kategorie 2 herabgestuft, an Gefährlichkeit büßte der Sturm aber nichts ein. Inzwischen wurde Irma vom Hurrikan-Zentrum weiter heruntergestuft  auf die Kategorie 1.

Ein Grund für diese nach wie vor gegebene Gefahr ist auch die Tatsache, dass "Irma" breiter ist als die Halbinsel Florida. Abgesehen von heftigem Regen führt das gigantische Wettersystem so zu einer kuriosen Situation: Auf seiner rechten Seite, also an der Ostküste, sorgt der riesengroße Wirbel für Überflutungen, wie eben zum Beispiel in Miami. Auf Bildern und Videos war zu sehen, wie sich Wassermassen durch die Innenstadt Miamis wälzen. An seiner linken Seite dagegen drückte der Wirbelsturm das Wasser zunächst von der Westküste weg. Bilder zeigten leere Hafenbecken; andernorts hatte sich das Wasser meterweit von der Strandpromenade entfernt. Die Meteorologen warnten aber, dass das Wasser in einer Art gewaltigen Schaukelbewegung zurück an die Westküste kommen könnte, während es im Osten dann zurückfließen würde.

Von Fort Myers bis hoch nach Tampa bereiten sich die Menschen deshalb weiter auf bis zu 4,5 Meter hohe Sturmfluten vor. "Das Schlimmste kommt, wenn das Auge durchgezogen ist - dann kommt das Wasser", sagte ein Meteorologe dem Nachrichtensender CNN.

Selten gab es eine solch große Evakuierung

In Florida waren zuvor mehr als 6,5 Millionen Menschen aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen und sich vor dem Sturm in Sicherheit zu bringen. Das entspricht rund 30 Prozent der Bevölkerung des Bundesstaates - es war eine der größten Evakuierungsaktionen in der Geschichte der USA. Weit über 100.000 Menschen harren in Notunterkünften aus.

USA Hurrikan Irma Florida (Reuters/S. Yang)

Überflutete Straßen - im sonnenverwöhnten Miami ein ungewohnter Anblick

Gouverneur Rick Scott mobilisierte 7000 Mitglieder der Nationalgarde. Florida sei insgesamt gut auf den Hurrikan vorbereitet, sagte er. Man dürfe den Sturm jedoch auf keinen Fall unterschätzen. Scott rief alle Menschen in den Evakuierungszonen erneut eindringlich dazu auf, sich in Schutzräume zu begeben.

"Irma" hält die Region seit Tagen in Atem. Bei seinem Zug durch die Karibik hatte der Sturm nach inoffiziellen Schätzungen mehr als 20 Menschen das Leben gekostet, einige Gebiete, die bis vor kurzem noch als Touristen-Paradiese gepriesen wurden, gelten jetzt als unbewohnbar. Schwere Schäden gab es unter anderem auf den Inseln Barbuda, Saint-Martin, Saint-Bartélémy sowie den Jungferninseln.

Am Samstag war "Irma" in Kuba auf Land getroffen. Wellen erreichten eine Höhe von neun Metern oder mehr. Sturmfluten spülten Meerwasser 500 Meter landeinwärts. Etliche Straßen der Hauptstadt Havannas standen hüfthoch unter Wasser.

haz/stu (dpa, rtr, afp)

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