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Kultur

Hungrig im Weltall

Ob Nachschub kommt, steht in den Sternen. Deshalb sollen die Astronauten der internationalen Raumstation ISS weniger essen - bis Weihnachten. Wenn dann immer noch kein Versorgungsflug unterwegs ist, wird die ISS geräumt.

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Licht am Horizont: Die Raumstation ISS hofft auf russischen Essens-Transport

An Bord der internationalen Raumstation halten sich derzeit nur zwei Personen auf: der amerikanische Astronaut Leroy Chiao und der russische Kosmonaut Salijan Scharipow. Die beiden wurden jetzt auf Advents-Diät gesetzt und müssen mit 300 Kalorien weniger pro Tag auskommen - aber nicht, weil sie im Weltraum etwa an Gewicht zugelegt hätten, sondern weil die Zulieferung von Nahrungsmitteln Probleme macht.

Den USA fehlt ihr Space Shuttle

Kosmonauten Crew: Salijan Scharipow und Leroy Chiao

Salijan S. Scharipow und Leroy Chiao müssen vielleicht zur Erde zurück

Bis Weihnachten müssen Chiao und Sharipow durchhalten. Dann soll ein russisches Versorgungsschiff an der Raumstation andocken und neue Vorräte bringen. Sollte aber die russische Raketenmission aus irgendwelchen Gründen scheitern, müssten die beiden Astronauten evakuiert werden. Dies bestätigte die NASA in Houston. Denn sonst würde der Proviant an Bord der Raumstation trotz reduzierter Nahrungsaufnahme nur noch für ein bis zwei Wochen reichen.

Der Nahrungsmittelengpass ist ein direktes Resultat der Columbia-Katastrophe im Februar 2003. Mit der Explosion der amerikanischen Raumfähre musste auch das Space Shuttle-Programm der NASA auf Eis gelegt werden. Derzeit können die USA weder bemannte Raumflüge noch Versorgungsflüge zur internationalen Raumstation durchführen. Und die Unterhaltung der ISS wird immer schwieriger.

Russischer Rettungsflug

Neue Mannschaft zur Internationalen Raumstation gestartet

Die russische Sojus-Rakete ist derzeit die einzige, die Menschen und Lebensmittel zur ISS transportieren kann

Nur die Russen mit ihrer Sojus-Rakete können derzeit - wenn auch in reduziertem - Umfang Männer und Material zur Raumstation befördern. Aus diesem Grund hatten sich die 16 an dem Projekt beteiligten Nationen auf eine Reduzierung der Mannschaft an Bord der Raumstation von drei auf zwei Personen verständigt.

Für die USA steht viel auf dem Spiel, sagt Marcia Smith, wissenschaftliche Beraterin für Raumfahrt im US-Kongress: "Wir haben uns zum Transport von Menschen und Material zur Raumstation international verpflichtet, besonders aber auch zum Rücktransport von Fracht. Über diese Kapazität verfügen bislang nur die USA."

Fernsteuerung - und keine Experimente

International Space Station Imagery

Das Innenleben der ISS - hier mit einer früheren Besatzung: Mikhail Tyurin, Frank L. Culbertson Junior und Vladimir Dezhurov (von links)

Spätestens im Jahr 2014 will die NASA ein neues Raumschiff zum Crew-Transport in Betrieb nehmen. Bis dahin müssen Übergangslösungen gefunden werden. Die akute Versorgungskrise könnte jedoch schon demnächst dazu zwingen, die beiden Astronauten zurückzuholen.

Bei der NASA geht man davon aus, dass die Raumstation auch unbemannt einige Monate von der Erde aus kontrolliert werden könnte. Doch dann müssten eine Reihe von Experimenten eingestellt werden und eine elektronische Fernsteuerung der Station müsste von der Erde aus in Betrieb genommen werden.

Alles hängt am gebratenen Reis

Die russische Versorgungsmission soll am 23. Dezember 2004 in der kasachischen Wüste gestartet werden. Zur Ladung gehören vor allem asiatische Spezialitäten wie Sojaklöße und gebratener Reis. Sie sollen den beiden Raumfahrern, die chinesischer und kirgisischer Herkunft sind, das Weihnachtsfest versüßen und die Zukunft der internationalen Raumstation vorerst retten.

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