1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Die Weltraumkolonie

In der Weltraumforschung steht ein Projekt ziemlich weit oben: die Klärung der Frage, ob wir allein im All sind oder uns andere Zivilisationen unbemerkt Gesellschaft leisten. Gute Gründe gibt es für beide Theorien.

default

Was kommt hinter den Wolken?

Angenommen, wir wären nicht allein: Warum haben wir dann noch nie ein Zeichen von Außerirdischen erhalten?! Schließlich ist die Galaxis bereits Jahrmilliarden alt. Jede nur einigermaßen intelligente Zivilisation hätte genug Zeit gehabt, sich auszubreiten - Raumfahrtmobile und ein gewisses Maß an Kolonialisierungswille vorausgesetzt. Aber weit und breit keine Spur. "Wo sind die denn?", fragte der Kernphysiker Enrico Fermi ganz unschuldig in eine illustre Runde von Geistesgrößen seiner Zeit. Seit jenem denkwürdigen Mittagessen 1950 hält dieses so genannte Fermi-Paradoxon die Forscher auf Trab: Wo zum Beispiel sind sie, die sprichwörtlichen "kleinen grünen Marsmännchen"?

Mikroben wollen Wasser

Der Mars ist von der Erde aus der nächsterreichbare Planet. Wie die Erde, hat er Jahreszeiten. Seine Pole sind im Winter mit einer dünnen Schicht aus Wassereis und Kohlendioxidschnee bedeckt, die im Sommer schmilzt. Dem

Erreger der Pest - Yersinia pestis

Wasserreservoir, das auf dem Mars vermutet wird, gilt die ganze Aufmerksamkeit der Wissenschaftler. Denn flüssiges Wasser ist die Grundvoraussetzung für die Entstehung von Lebensformen, wie wir sie kennen. "Nicht, dass die an der Oberfläche rumkrabbeln würden, aber die Chancen sind sehr groß, auf dem Mars Organismen zu finden", ist Karl Stetter, Astrobiologe der Universität Regensburg, felsenfest überzeugt.

Doch allzu viel Hoffnung auf die Intelligenz dieser Lebewesen sollten wir uns nicht machen. "Wenn es in ein, zwei Kilometern unter der Oberfläche Wasser gibt, dann könnten da zumindest ein paar Mikroben quietschfidel hausen", vermutet der Forscher. Die Mikroorganismen sind perfekte Überlebenskünstler: Sie trotzen klirrender Kälte und glühender Hitze, beträchtlicher Tiefe und starken Drücken, hohem Salzgehalt und extremer Säure. Auch ein Vakuum stört sie nicht. Sie bestehen aus wenigen einfachen Elementen wie Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff oder Phosphor. Zum Wachsen brauchen sie lediglich Wasser, eine gemäßigte Umgebungstemperatur und eine Energiequelle zur Deckung des Eigenbedarfs.

Wer besiedelte wen?

"Vielleicht hat das Leben auf dem Mars ja die gleichen Wurzeln wie unseres", spekuliert Stetter, "oder wir sind die Nachkommen der Marsianer?!" Denkbar wäre es: Zu Zeiten,

Bildgalerie Mars Countdown zur ESA-Mission Mars Express

Marssonde "Beagle 2" (Modell)

als das Universum noch jung war, gab es permanent Kollisionen im All. "Geschützt verpackt in Gesteinsbrocken waren mit Sicherheit auch Ur-Mikroben als 'Raumfahrer' unterwegs ...", sinniert der Professor. Zu klären wäre nur, in welche Richtung die Mikroben geschleudert wurden: von der Erde weg oder auf die Erde hin? So schnell, wie sich die Mikroben auf der Erde heimisch fühlten, hätten sie es theoretisch auch auf anderen Planeten tun können. Schließlich war auch die Erde drei Milliarden Jahre lang ausschließlich von Einzellern bevölkert - bis ihr Stoffwechsel so viel Sauerstoff produziert hatte, wie mehrzellige Organismen zum Überleben brauchten. Sie gibt es erst seit etwa 700 Millionen Jahren. War das die Zufallsentwicklung, die die Erde einzigartig macht?

Der unternehmungslustige Mensch

Die lange "Entwicklungszeit" spricht nicht gerade dafür, dass Mehrzeller automatisch überall dort auftauchen, wo ähnliche Bedingungen wie auf der Ur-Erde herrschen. Noch viel weniger wahrscheinlich ist es, dass sich aus den Mehrzellern intelligente Wesen oder gar hochzivilisierte Kulturen entwickeln. Die Aufgabe, sie dennoch zu suchen, beschäftigt einen ganzen Wissenschaftszweig: die Seti-Forschung ("search for extraterrestrial intelligence"). Einer ihrer führenden Köpfe ist Paul Horowitz von der Harvard University in Massachusetts/USA.

Er vermutet, dass - nach den Gesetzen der Wahrscheinlichkeitsrechnung - im Umkreis von 1000 Lichtjahren um die Erde mindestens eine intelligente Zivilisation existiert, deren Signale

Erster Mann auf dem Mond

Edwin "Buzz" Aldrin, der zweite Mann auf dem Mond

rein theoretisch mit Radioteleskopen empfangen werden könnten. Das Problem ist nur: Kein Außerirdischer macht sich die Mühe, uns Signale zu senden oder in unsere Nähe zu kommen. Offenbar bleiben sie alle lieber zu Hause auf ihren eigenen Planeten. Oder sie haben beschlossen, dass es sich nicht lohnt, einen Planeten zu besuchen, auf dem so primitive Lebensformen wie Mensch, Tier und Pflanze siedeln. Die irdischen Menschen sind anscheinend als einzige wild entschlossen, den Weltraum zu erobern.

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links