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Afrika

Hungertod bedroht Hunderttausende

Somalia steuert auf eine Hungerkatastrophe zu. Die Vereinten Nationen und Hilfsorganisationen wollen gegensteuern. Größte Eile ist geboten.

Wenn die humanitäre Hilfe in Teilen Somalias nicht massiv verstärkt werde, könnte es in den Dürregebieten des Landes am Horn von Afrika bald zu einer dramatischen Hungersnot kommen, warnen die Vereinten Nationen. Laut jüngsten Schätzungen sind in den kommenden Monaten 6,2 Millionen Menschen auf Unterstützung angewiesen - was etwa der Hälfte der Bevölkerung entspricht. Mindestens 360.000 Kinder seien akut mangelernährt, rund 70.000 davon schwebten in Lebensgefahr und bräuchten dringend medizinische Hilfe, heißt es in einem aktuellen UN-Bericht.

In Somalia, wo seit mehr als 25 Jahren Bürgerkrieg herrscht, waren die letzten beiden Regenzeiten praktisch ausgefallen, was zu einer schlimmen Dürre geführt hat. Die Regenzeit von April bis Juni werde vermutlich nur "minimale Verbesserung" bringen, glauben Experten. Manche Gebiete Somalias sind zudem wegen Angriffen der islamistischen Terrormiliz Al-Shabaab für Helfer kaum zugänglich.

Al Shabaab-Kämpfer in Somalia (Foto: Getty Images/AFP/M. Abdiwahab)

Verhindern humanitäre Hilfe: "Al Shabaab"-Kämpfer in Somalia

"Kleines Zeitfenster"

"Eine verheerende Hungersnot" werde immer wahrscheinlicher, warnte auch die Hilfsorganisation Save the Children. Dreiviertel des Viehs sei verendet und die Getreideproduktion eingebrochen. "Wir haben nur ein kleines Zeitfenster, um eine Hungersnot wie 2011 zu verhindern", erklärte die Organisation. Damals waren in Somalia etwa 250.000 Menschen ums Leben gekommen. 

Auch für Hungernde in Äthiopien und in der Region um den Tschadsee rufen UN und Hilfsorganisationen aktuell zu Spenden auf. Millionen Menschen seien hier ebenfalls dringend auf Nahrung und Wasser angewiesen.

wa/ml (dpa, epd)

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