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Zwei Jahre nach Beginn der Luftangriffe

Hunderttausende in Sanaa protestieren gegen Bombardements der Saudis

Am 26. März 2015 begann die als "Operation Decisive Storm" bezeichnete Militärintervention einer von Saudi-Arabien geführten Allianz im Jemen. Die schiitischen Huthis verteidigen bislang erfolgreich den Nordwesten.

Unter der Parole "Widerstand gegen die Aggression" hatten die Huthi-Machthaber in Sanaa zur Großkundgebung aufgerufen. Und Hunderttausende Jemeniten kamen, um unter den jemenitischen Nationalflaggen die ausländische Militärintervention unter Führung Saudi-Arabiens anzuprangern. Die aufgestachelten Demonstranten schrien Slogans gegen die saudischen Luftangriffe und gelobten, den Kampf gegen die arabischen Feinde "bis zum Ende" fortzusetzen.   

Jemen Huthi Demonstration (Reuters/K. Abdullah)

Aufgebrachte Demonstranten drohen auch mit ihren traditionellen Waffen, wie den Jambiyas.

Hadi und Regierung im Exil 

Anlass des Massenaufmarschs in der Hochburg der schiitischen Rebellen war der zweite Jahrestag des Beginns der Luftangriffe, mit denen sich Saudi-Arabien und eine arabische Militärkoalition in den Bürgerkrieg im Jemen einschalteten.  Die Huthi-Rebellen und Jemens Ex-Präsident Ali Abdallah Saleh kontrollieren neben der Hauptstadt auch andere Landesteile, vor allem im Nordwesten des Landes am Roten Meer. In dem kriegerischen Konflikt wurden seit 2015 mehr als 7700 Menschen getötet und 40.000 verletzt.

Die Monarchie in Saudi-Arabien unterstützt den dort im Exil lebenden Präsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi. Die Militärkoalition der Golfstaaten hat tausende Luftangriffe auf Stellungen der mit dem Iran verbündeten Huthis geflogen und auch kleinere Truppenverbände entsandt, um Hadi wieder an die Macht zu bringen.   

Infografik Politische Karte Jemen

Todesurteile auch gegen Gefolgsleute 

Mehrere Anläufe zu Friedensverhandlungen waren gescheitert. Die Huthis lehnen Hadi weiterhin als Staatsoberhaupt ab. Wie die Nachrichtenagentur Saba berichtet, wurden Hadi und sechs seiner Mitstreiter in ihrer Heimat wegen "Hochverrats" zum Tode verurteilt. Der geflohene Präsident wurde demnach von einem Gericht der Aufständischen in Sanaa schuldig gesprochen, sein Amt über das Ende des Mandats hinaus in Anspruch genommen und die "Aggression Saudi-Arabiens herbeigeführt" zu haben. Damit habe er die Unabhängigkeit und staatliche Einheit Jemens aufs Spiel gesetzt.

Zu den Verurteilten gehören auch der jemenitische Botschafter in den USA, Ahmed Awad Bin Mubarak, und der frühere Außenminister Riyadh Yassin. 

Die Hilfsorganisation Oxfam warnte in der vergangenen Woche vor einer Hungersnot im Jemen. Inzwischen litten fast sieben Millionen Menschen "extreme Not" und seien "vom Hunger bedroht".

SC/kle (afp, rtr, dpae) 

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