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Asien

Hunderte Menschen fliehen vor Gefechten mit dem IS

Seit Tagen liefern sich Kämpfer der Terrormiliz IS und afghanische Sicherheitskräfte Gefechte. Bis zu 3500 Menschen sind deshalb auf der Flucht. Dabei hatte die afghanische Regierung schon den Sieg über den IS verkündet.

Der Sprecher des Gouverneurs der afghanischen Ostprovinz Nangarhar, Attaullah Chogiani, sagte: "Nach ersten Informationen sind 400 bis 500 Familien betroffen." Das könnten bis zu 3500 Menschen sein. Die Zahl ließ sich unabhängig zunächst nicht verifizieren.

Die Gefechte zwischen der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) und afghanischen Sicherheitskräften hatten Ende der vergangenen Woche im Bezirk Bati Kot begonnen. Nach Angriffen von IS-Kämpfern auf Sicherheitsposten hatten Armee und Polizei die Offensive gestartet. Auch mithilfe internationaler und afghanischer Luftangriffe sollen rund 160 IS-Mitglieder getötet worden sein. Auch Sicherheitskräfte und Zivilisten seien ums Leben gekommen. Rund 90 Privathäuser brannten ab. Chogiani sagte, die Offensive gehe weiter.

IS in Afghanistan wieder auf dem Vormarsch

Noch Anfang März hatte der NATO-Sprecher Wilson Shoffner gesagt, der Versuch des IS, sich in Afghanistan auszubreiten, sei gescheitert. Der IS sei nach verstärkten Luftangriffen nur noch in einem Bezirk zu finden. Das US-Militär hatte damals von 1000 bis 3000 IS-Kämpfern im Land gesprochen. Auch der afghanische Präsident Ashraf Ghani hatte damals verkündet, dass die Terrormiliz besiegt sei. Die jüngsten Gefechte lösen deshalb die Befürchtung aus, dass der IS sich erneut in Afghanistan verbreiten will.

Afghanistan Kämpfe zwischen IS und afghanischen Truppen (Foto: dpa)

Zahlreiche Menschen sind bei den Gefechten ums Leben gekommen

Unterdessen untersuchen die USA Berichte, wonach bei einem ihrer Luftangriffe in Kundus im Norden des Landes auch Zivilisten ums Leben kamen. Ein Sprecher der US-Streitkräfte sagte:" Wir bestätigen, dass Berichte oder Beschuldigungen über getötete Zivilisten geprüft werden." Bei dem Angriff in der Nacht zum Sonntag waren der hochrangige Taliban-Kommandeur Mullah Janat und einige seiner Männer ums Leben gekommen. Dazu sollen auch noch sechs ihrer Geiseln unter den Opfern sein. Das sagte ein Taliban-Sprecher. Ein Polizeiführer sagte dagegen, die Taliban selbst hätten die sechs Geiseln mit einer Explosion getötet.

Die Terrororganisation hatte jüngst in Kundus mehrfach Reisebusse angehalten und rund 200 Zivilisten, Regierungsmitarbeiter, Soldaten und Polizisten entführt. US-Präsident Barack Obama hatte den Streitkräften vor zwei Wochen erweiterte Befugnisse im Kampf gegen die Taliban gegeben. In Kundus war bis Oktober 2013 die Bundeswehr stationiert.

Ba/stu (dpa, rtr, afp)

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