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Fußball

HSV: Tuchel kommt! Oder doch nicht?

Verwirrspiel um den Trainerposten beim Hamburger SV: Thomas Tuchel soll den taumelnden Bundesligisten im Sommer übernehmen. Medien berichten, alles sei fix. Der Wunschkandidat selbst dementiert aber.

Dem angeblichen Vollzug folgte das schnelle Dementi: Im Vertragspoker mit dem taumelnden Fußball-Bundesligisten Hamburger SV hat Wunschtrainer Thomas Tuchel eine Einigung (noch) zurückgewiesen. Dies sei eine "Falschmeldung", sagte der Ex-Mainzer "Sport1". Zuvor hatte der TV-Sender "Sky Sport News HD" den spektakulären Deal bereits als perfekt gemeldet. Demnach soll Tuchel im Sommer neuer Trainer bei den kriselnden Hanseaten werden und das Gründungsmitglied der Bundesliga überraschend auch im Falle eines Abstiegs übernehmen. Der Vierjahresvertrag solle schon in den kommenden Tagen unterschrieben werden. Nach Informationen des Hamburger Abendblatts gebe es zwischen dem HSV und Tuchel sogar "schon länger eine Vereinbarung".

Fakt ist, dass die Norddeutschen schon länger mit dem derzeit wohl begehrtesten Trainer auf dem Markt flirten. "Es ist bekannt, dass wir mit Thomas Tuchel im Austausch sind. Alle anderen Meldungen können wir nicht bestätigen, das sind reine Spekulationen", sagte HSV-Mediendirektor Jörn Wolf. Auch Tuchel-Berater Lukas Meinking bestätigte

Verhandlungen

. "Es gibt Kontakte zwischen Thomas Tuchel und dem HSV, aber es wird in den kommenden Stunden oder Tagen keinen Abschluss geben", sagte Meinking "Spiegel Online". Es bestehe "nicht einmal eine mündliche Einigung".

Thomas Tuchel gestikuliert an der Seitenlinie (Foto: Bernd Thissen/dpa)

Wohin führt der Weg von Thomas Tuchel?

Und doch verdichten sich die Anzeichen, dass ausgerechnet die kriselnden Hanseaten den Kampf um Tuchel gewonnen haben. Mit dem 41-Jährigen, der in dieser Spielzeit ein Sabbatjahr eingelegt hat, will der HSV endlich wieder für Kontinuität auf der Trainerposition sorgen. Allein in dieser Saison sitzt mit Interimscoach Peter Knäbel schon der dritte Trainer beim HSV auf der Bank. Auch in der vergangenen Saison, die erst durch zwei unentschieden in der Relagtion gerade noch so gerettet wurde, saßen drei verschiedene Übungsleiter auf der Bank - damit soll endlich Schluss sein.

Geld spielt keine Rolle

Für ihren erhofften Heilsbringer sind die klammen Hanseaten bereit, tief in die Tasche zu greifen. Der Familienvater soll nach seiner Unterschrift laut "Bild"-Zeitung 3,2 Millionen Euro Gehalt pro Jahr erhalten. Damit wäre Tuchel der teuerste Trainer der HSV-Geschichte. Zudem würden ihm wohl 25 Millionen Euro für eine ausgedehnte Shopping-Tour für neue Spieler zur Verfügung gestellt. Bezahlen will der seit Jahren klamme Klub den Tuchel-Deal offenbar mit den Finanzspritzen zahlungskräftiger Privatsponsoren. "Klaus-Michael Kühne, Alexander Otto und ein dritter Investor, der nicht genannt werden will, sind bereit, ordentliche Beträge auf den Tisch zu legen - und das, ohne Gegenleistungen dafür zu verlangen", sagte HSV-Aufsichtsratsboss Karl Gernandt.

Vor dem Spiel gegen den VfL Wolfsburg am Samstag hat der HSV nur zwei Punkte Vorsprung auf das Tabellenende und steht mehr denn je am Abgrund zur 2. Liga. Tuchel trainierte von 2009 bis 2014 die Profis vom FSV Mainz 05 und führte den Club zweimal in die Europa League. In 183 Partien holte er mit Mainz im Schnitt 1,43 Punkte pro Spiel. 2009 hatte Tuchel die Mainzer A-Jugend zur deutschen Meisterschaft geführt. Er wurde zuletzt auch von anderen Klubs umworben. Dem ambitionierten Zweitligisten RB Leipzig erteilte er am Osterwochenende eine Absage.

asz/tk (sid, dpa)

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