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Fußball

HSV stoppt den BVB

Das Wichtigste: Die Bundesliga-Partie zwischen dem Hamburger SV und Borussia Dortmund verläuft ruhig und ohne Zwischenfälle. Sportlich gibt es zum Auftakt des 13. Spieltags jedoch eine Überraschung.

Video ansehen 01:24

Wieder Fußball nach dem Terror

15 Minuten später als geplant pfiff Schiedsrichter Felix Zwayer die Partie an. Der Grund: Beim

ersten Bundesliga-Spiel nach den Anschlägen in Paris und der Länderspiel-Absage in Hannover

gab es eine gründliche Einlasskontrolle. Das führte zu langen Warteschlangen, so dass zu der regulären Anstoßzeit um 20:30 Uhr noch längst nicht alle der 57.000 Zuschauer im Stadion waren. Es gab jedoch keine Zwischenfälle zu vermelden. Die Fans hielten sich an den Appell, keine Pyrotechnik zu verwenden. Was die Sicherheitslage betraf, blieb alles ruhig.

Laut war es dennoch im Stadion des Hamburger Sportvereins. Und das lag an der Spielweise ihres Vereins und natürlich dem 3:1 (2:0)-Erfolg gegen Borussia Dortmund. Der HSV überzeugte mit viel Engagement, Laufbereitschaft und frühem Pressing. Und das schien den Gästen aus Dortmund gar nicht zu passen. Das erste Tor fiel jedoch eher per Zufall.

Superman vs. Batman

Hamburgs Ivo Ilicevic rannte mit dem Ball in den Strafraum. BVB-Verteidiger Sokratis lief den Gegner jedoch gut ab und drängte ihn auf die rechte Seite, so dass ein Schuss von Ilicevic kaum gefährlich hätte werden können. Aber da war der Gästetorwart Roman Bürki bereits rausgerannt und holte Ilicevic von den Beinen. "Es gab eine klare Berührung. Es war unglücklich. Den Elfer kann man geben", gab Bürki nach der Partie zu.

Den Strafstoß verwandelte Hamburgs Stürmer Pierre-Michel Lasogga (19.). Nach seinem Führungstor lupfte er kurz sein Trikot. Darunter: Ein Shirt mit einem Foto mit ihm als Supermann. Die Erklärung gab es später: "Gegen Batman (Anmerkung d. Red:

Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang zeigt sich gerne als Batman

) hat halt nur Superman eine Chance."

Fußball Bundesliga 13. Spieltag Hamburger SV gegen Borussia Dortmund

Elfmeter für den HSV: Lasogga (rechts, verdeckt) mit kurzem Anlauf - das 2:0

Übermenschliche Kräfte brauchte der HSV aber gar nicht: Mit einfachen Mitteln drückte er den Dortmundern ihr Spiel auf. Schon früh störten die Norddeutschen das Aufbauspiel der Borussia, so dass sie gar nicht erst zu ihren schnellen und überraschenden Offensivaktionen kam. Allerdings wirkten die Dortmund-Spieler auch oft fahrig und unkonzentriert.

Individuelle Fehler führen zu Gegentoren

Zu Recht bemerkte BVB-Trainer Thomas Tuchel anschließend: "Das - vor allem die erste Halbzeit - war viel zu wenig, um ein Bundesligaspiel zu bestreiten." Und weiter: "Die Lektion ist einfach: Mit so einer Körpersprache und so einem Auftreten ist nichts zu holen."

Auch die beiden anderen Gegentore kassierte Dortmund nach individuellen Fehlern. Nationalspieler Matthias Ginter spielte einen fatalen Rückpass direkt in Nikolai Müllers Fuß. Der HSV-Offensivmann nahm Tempo auf und wartete solange, bis Teamkollege Lewis Holtby über rechts kam und den nicht aufpassenden Julian Weigl überholte. Holtby blieb ruhig und schob den Ball ins lange Eck ein (41.).

So einfach also war der Bayern-Verfolger zu überlisten? Tatsächlich. Und wenn man schlecht spielt, kommt oft auch noch Pech dazu. Der Kapitän der Schwarz-Gelben, Mats Hummels, köpfte den Ball ins eigene Tor (55.). Immerhin: Dortmund gab sich nicht auf. In der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit hatte der BVB schon deutlich mehr Torchancen als in der gesamten ersten.

15. Saisontor für Aubameyang

Aber erst in den letzten zehn Minuten zeigten die BVB-Spieler, warum sie Tabellenzweiter sind. Hamburgs Torwart Rene Adler aber parierte mehrmals blitzschnell, einmal rettete der Pfosten. In der 86. Minute aber wackelte dann doch das Tornetz der Hanseaten. Richtig freuen konnte sich Aubameyang aber nicht über sein Ehrentor - sein 15. Saisontreffer. Zu spät hatte sich Dortmund aufgebäumt.

Hamburgs Trainer Bruno Labbadia war sichtlich stolz nach dem Erfolg gegen den Favoriten: "Unsere Fans waren in den vergangenen Jahren von uns nicht gerade verwöhnt worden. Heute aber schon." Waren die meisten Zuschauer vor dem Spiel erst mit Verspätung ins Stadion gekommen, verließen sie es nach dem Abpfiff ebenfalls mit Verspätung. Diesmal war es aber nicht wegen der Sicherheitskontrollen. Sondern weil es etwas zu feiern gab: Einen friedlichen Triumph.

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