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Sport

Holland stochert sich weiter

Zwei Mal schwach gespielt, zwei Mal gewonnen: die Niederländer retten sich aus der "Todesgruppe" ins Achtelfinale. Die Elfenbeinküste dagegen ist trotz zweier guter Spiele bei der WM ausgeschieden.

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An Unterstützung in Orange fehlte es den Niederländern nicht

Fußball, WM 2006, Niederlande gegen Elfenbeinküste, 16.06.2006

Nicht sehr zahlreich - dafür lustig: ivorische Fans in Stuttgart

Wie sich die Bilder gleichen - zumindest was die Ivorer betrifft: In ihrem ersten WM-Spiel gegen Argentinien lagen sie 0:2 zurück, kämpften sich zurück, wurden immer stärker - aber verloren letztendlich 1:2. Im Spiel gegen die Niederlande am Freitag (16.6.2006) gab es exakt den gleichen Spielverlauf und das gleiche Ergebnis; in einer zuletzt lupenreinen Abwehrschlacht behaupteten die Holländer die drei Punkte.

Positiv ausgedrückt war es für die Niederlande ein glanzloser Arbeitssieg. Durch den glücklichen 2:1-Erfolg gegen die hoch gehandelten westafrikanischen "Elefanten" zog die Mannschaft von Bondscoach Marco van Basten beim achten WM-Auftritt zum achten Mal in die K.o.-Runde ein. Dabei offenbarte sie aber ziemliche Schwächen - in der Abwehr und vor allem auch im Mittelfeld, in dem weder Cocu, noch Sneijder oder Van Bommel für nennenswerte Akzente sorgten.

Stark: Robin van Persie

Fußball, WM 2006, Niederlande gegen Elfenbeinküste, 16.06.2006

Robin van Persie trifft zum 1:0

Vor 52.000 Zuschauern im ausverkauften Gottlieb-Daimler-Stadion in Stuttgart, darunter etwa 35.000 Niederländern, brachten zwei "Enttäuschte" die Niederlande in Führung. Robin van Persie (23. Minute) und Ruud van Nistelrooy (27.) trafen für den WM-Mitfavoriten, der diesem Ruf allerdings nicht gerecht wurde und viele Schwächen offenbarte. Für die wie schon gegen Argentinien starken, aber glücklosen Ivorer war das Tor von Bakary Kone (38.) zu wenig.

Van Bastens Vertrauen ins Team vom 1:0 gegen Serbien-Montenegro schien sich auszuzahlen. Nach starkem Beginn zog sich der Favorit aber zurück und musste sogar froh sein, nicht in Rückstand geraten zu sein. Doch dann trumpfte der Weltklasse-Sturm auf. Zunächst war es Van Persie, der Jean-Jacques Tizie im Tor der Ivorer mit einem strammen Freistoß schlecht aussehen ließ. Zum 2:0 erhöhte nach sehenswertem Pass Arjen Robbens Star Ruud van Nistelrooy von Manchester United, der mit seinem ersten WM-Treffer seine Kritiker verstummen ließ.

Verwundbare Niederländer

Die klare Führung täuschte allerdings nicht darüber hinweg, dass die niederländische Mannschaft verwundbar war und blieb. So hätte Schiedsrichter Oscar Ruiz Acosta aus Kolumbien bei einer Attacke Giovanni van Bronckhorsts durchaus Strafstoß geben können, und Didier Zokoras Schuss aus gut 20 Metern hätte gut und gerne auch hinter Keeper Edwin van der Sar landen können und nicht am Lattenkreuz. Vollauf gerecht war so gesehen der Anschlusstreffer von Bakary Kone, der seine prima Vorstellung mit einem 20-Meter-Kracher krönte und Van der Sar damit nicht den Hauch einer Abwehrchance gab.

Mit Khalid Boulahrouz und Rafael van der Vaart (beide Hamburger SV) sollte der Zug der Niederländer ungehindert in die nächste Runde rollen. Der eine sollte der nicht sattelfesten Abwehr allein durch seine bullige Präsenz mehr Halt geben, der andere dem Angriff noch mehr Durchschlagskraft. Doch die Afrikaner spielten weiter munter mit und hätten auch ein Remis verdient gehabt. Die größte Chance vergab Drogba, dessen Kopfball Van Persie von der Linie holte.

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