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Fußball

Hoffen auf das gemeinsame Halbfinale

In der Bundesliga haben Hamburg und Wolfsburg alle großen Ziele aus den Augen verloren. Beide Teams träumen aber vom Finale der Europa League am 12. Mai in Hamburg. Das Nahziel ist aber erst einmal das Halbfinale.

Hamburgs Joris Mathijsen (l) und der Wolfsburger Grafite im Zweikampf (Foto: AP)

Gibt es ein deutsches Halbfinale?

In der Fußball Europa League stehen der deutsche Meister VfL Wolfsburg und der Hamburger SV an diesem Donnerstag (08.03.2010) vor den entscheidenden Duellen um den Halbfinaleinzug. Der HSV will beim belgischen Champion Standard Lüttich das 2:1 aus dem Hinspiel verteidigen, die "Wölfe" müssen ein 1:2 gegen den englischen Verein FC Fulham wettmachen. Sollten beide Bundesligisten ihre Aufgaben meistern, würden sie in der Vorschlussrunde aufeinandertreffen. Und ein deutscher Verein wäre Endspiel-Teilnehmer am 12. Mai in Hamburg. Doch so klar die Vorgaben sind, so unterschiedlich ist doch die Stimmung bei beiden Clubs.

Euphorie in Wolfsburg

Der VfL Wolfsburg will gegen den FC Fulham die derzeitige Euphorie nutzen und den ersten Halbfinal-Einzug auf internationaler Bühne perfekt machen. "Ein Halbfinale erreicht man nicht alle Tage. Wir haben eine einmalige Chance", sagte Manager Dieter Hoeneß. Dank Alexander Madlungs Auswärtstreffer vor einer Woche in London zum 1:2 ist der Optimismus riesengroß. "Das hat uns das Tor aufgestoßen", glaubt Hoeneß.

Wolfsburgs Spielmacher Zvjezdan Misimovic (Foto: AP)

Zvjezdan Misimovic machte auch in Fulham das Spiel der Wolfsburger

Bereits jetzt ist der deutsche Meister so weit wie niemals zuvor im Europapokal gekommen. Angesichts des Formanstiegs des VfL mit acht Siegen aus zuletzt zwölf Pflichtspielen ist auch das Endspiel nahe. "Wenn man so weit gekommen ist, ist der Wunsch da, das ist doch ganz klar", so Hoeneß. Auch die Spieler sind voller Tatendrang. "Wir sind alle richtig heiß auf die Partie. Die Aussicht aufs Halbfinale motiviert uns ohne Ende", sagte Verteidiger Marcel Schäfer. Angesichts der großen Euphorie musste Lorenz-Günther Köstner sein Team bereits bremsen. "Ich spüre den Hunger der Mannschaft auf diesen Erfolg. Aber wir dürfen nicht gierig werden. Dann neigt man zu Fehlern", warnte der Coach. Immerhin steht ihm gegen den 12. der englischen Premier League der komplette Kader zur Verfügung.

Krise beim HSV

HSV-Stürmer Paolo Guerrero (Foto: dap)

Kommt Guerrero in Lüttich zum Einsatz?

Beim Hamburger SV ist dagegen die Stimmung nach der sportlichen Talfahrt in der Bundesliga und dem Skandal um Flaschenwerfer Paolo Guerrero angespannt. Bei einer Niederlage steht Trainer Bruno Labbadia nach zehn Monaten vor dem Aus. Vor allem die peinlichen Liga-Auftritte in Mönchengladbach (0:1) und gegen Hannover 96 (0:0) brachten den ehemaligen Leverkusener in die Kritik. Doch selbst bei einem europäischen Triumph ist die Weiterbeschäftigung Labbadias fraglich. "Abgerechnet wird am 13. Mai", sagte HSV-Präsident Bernd Hoffmann, "dann kommt hier alles auf den Prüfstand". Noch aber ist alles dem Erfolg in der Europa League untergeordnet. "Wir haben eine einmalige Chance, im eigenen Stadion einen großen Titel zu gewinnen", betonte der Klubchef.

"Europa League ist anders als Bundesliga", meinte auch Kapitän David Jarolim. "Das wird ein Riesenspiel in einer höllischen Atmosphäre." Zuletzt hatte der HSV bei den Gastspielen auf europäischer Bühne allerdings große Probleme. Beim PSV Eindhoven schrammten die Hanseaten mit 2:3 am Aus vorbei, beim RSC Anderlecht mussten sie den Ball gar viermal (3:4) aus dem Netz holen. "Wir sind auswärts immer in der Lage, ein bis zwei Tore zu erzielen", versicherte Labbadia zuversichtlich. Im HSV-Kader ist auch Stürmer Paolo Guerrero nur wenige Tage nach seiner Attacke gegen einen Fan. "Ich konzentriere mich nur auf das Spiel", meinte der Peruaner. Er war nach dem Flaschenwurf am vergangenen Sonntag zwar mit einer saftigen Geldstrafe, nicht aber mit einer clubinternen Sperre belegt worden. "Ich habe nie daran gezweifelt, Paolo in den Kader zu nehmen", erklärte Trainer Labbadia. Ob Guerrero im Maurice-Dufrasne-Stadion aufläuft, hängt von seinen Stürmerkollegen ab. Sowohl Ruud van Nistelrooy als auch Mladen Petric klagten zuletzt über leichte Verletzungen, zudem sind Zé Roberto und Joris Mathijsen nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte.

In den weiteren Partien stehen sich Atletico Madrid und der spanische Ligarivale FC Valencia (2:2) sowie der FC Liverpool und Benfica Lissabon (1:2) gegenüber.

Autor: Arnulf Boettcher (dpa, sid)
Redaktion: Olivia Fritz

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