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Todesstrafe

Hinrichtung mit nicht erprobtem Medikament in Florida

Erstmals wurde bei einer Exekution das Narkosemittel Etomidate verwendet. Der Todeskandidat war vor Gericht vergeblich gegen die Nutzung des Mittels vorgegangen.

Mark Asay (picture-alliance/AP Photo/Florida Department of Corrections)

Der hingerichtete Mark Asay auf einem undatierten Polizeifoto

War Mark Asay eine Art Versuchskaninchen? Die Anwältin des 53-jährigen Häftlings protestierte bis zuletzt gegen den "Missbrauch" ihres Mandanten durch die Strafvollzugsbehörden von Florida - allerdings ohne Erfolg. Asay wurde am Donnerstagabend durch das Narkosemittel Etomidate hingerichtet, als erster Häftling überhaupt.

In den USA werden die tödlichen Substanzen für die Giftspritzen knapp, weil sich viele europäische Pharmafirmen weigern, den US-Behörden Nachschub zu liefern. Das derzeit für die Giftcocktails genutzte Betäubungsmittel Midazolam steht in der Kritik, weil es offenbar nicht stark genug ist, um Schmerzen bei den Todeskandidaten zu vermeiden.

Kritik vom Hersteller

Der Hersteller, das Pharmaunternehmen Janssen, kritisierte die Verwendung seines Medikaments. Ziel der Firma sei es, "Leben zu retten und zu verbessern", sagte ein Sprecher der "Washington Post". Das Unternehmen heiße die Verwendung seines Mittels für die Todesspritze nicht gut.

Asay ist gleichzeitig der erste Weiße seit der Wiedereinführung der Todesstrafe in Florida 1976, der wegen Mordes an einem Schwarzen hingerichtet wurde. Er wurde zum Tode verurteilt, weil er 1987 in Jacksonville zwei Männer aus rassistischen Motiven getötet haben soll.

djo/gri (afp, ap)