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Todesstrafe

Hinrichtung unter Qualen?

Nach der jüngsten Hinrichtung eines Straftäters im US-Bundesstaat Arkansas hat ein Gericht die Autopsie der Leiche angeordnet. Kenneth Williams soll einen heftigen Todeskampf durchlitten haben.

Kenneth Williams (Reuters/Arkansas Department of Corrections)

Kenneth Williams

Bundesrichterin Kristine Baker wies die Behörden an, Blut- und Gewebeproben des Hingerichteten aufzubewahren, damit mögliche Regelverstöße untersucht werden können. Die Entscheidung fiel weniger als 24 Stunden nach der Hinrichtung von Kenneth Williams per Giftspritze.

Der im Jahr 2000 zum Tode verurteilte Mörder Williams war der vierte Häftling, der binnen acht Tagen im US-Bundesstat Arkansas hingerichtet wurde. Seine Anwälte sowie die Bürgerrechtsorganisation ACLU hatten umgehend eine Untersuchung gefordert, weil der 38-Jährige während der Hinrichtung am Donnerstagabend "gelitten" habe. Sie bezogen sich unter anderem auf Angaben von Journalisten, die als Zeugen während der tödlichen Injektion anwesend waren. Laut seinem Anwalt Shawn Nolan erlebte Williams in den ersten drei Minuten nach der Verabreichung des Giftes einen heftigen Todeskampf. Er habe gehustet, sein Körper habe gezuckt und sich verkrampft.

Weitere Hinrichtungen ausgesetzt

Die Anordnung zur Autopsie und zur Beweissicherung erfolgte nach einem entsprechenden Antrag des Todeskandidaten Jason McGehee, der ursprünglich selbst am späten Donnerstagabend (Ortszeit) hätte hingerichtet werden sollen. Er und drei weitere zum Tode verurteilte Straftäter hatten aber bereits zuvor einen Aufschub ihrer Hinrichtung erreicht.

Midazolam (picture-alliance/AP Photo)

Teil des Giftcocktails: das Beruhigungsmittel Midazolam

Der südliche Bundesstaat Arkansas steht gegenwärtig im Zentrum einer intensiven Diskussion über die Todesstrafe. Der republikanische Gouverneur Asa Hutchinson wollte ursprünglich acht Häftlinge binnen elf Tagen hinrichten lassen, weil Ende April das Haltbarkeitsdatum des bei Giftinjektionen verwendeten Mittels Midazolam abläuft. Die US-Behörden haben Nachschubprobleme, weil einige Hersteller ihre Mittel nicht für Exekutionen zur Verfügung stellen.

wa/kle (afp, epd)

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