1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sport-News

Hillsborough: Polizeichef gibt Schuld zu

Die Hillsborough-Katastrophe von Sheffield aus dem Jahr 1989 ist bis heute eines der schlimmsten Stadionunglücke des Fußballs. Nun übernimmt der damalige Polizeichef erstmals die Verantwortung für die Tragödie.

Mehr als ein Vierteljahrhundert nach der

Stadion-Tragödie von Hillsborough

hat der damalige Polizeichef David Duckenfield erstmals direkt die Verantwortung übernommen. "Ja, Sir", antwortete der 70-Jährige während einer Anhörung in Warrigton auf die Frage des Ermittlers Paul Greaney, ob seine Entscheidung, ein Zugangstor zu einem bereits überfüllten Fanblock auf der Stehtribüne des Hillsborough-Stadions von Sheffield zu öffnen, für die Tragödie ursächlich gewesen sei.

Duckenfield hatte am 15. April 1989 beim FA-Cup-Halbfinale zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest, das auf neutralem Platz in Sheffield stattfand, nur dieses Tor öffnen lassen, statt die hereindrängenden Liverpool-Anhänger auch in die noch freien Nebenblöcke zu leiten - eine fatale Entscheidung. 96 Fans wurden zu Tode gequetscht.

Greaney warf Duckenfield vor, selbst ein "durchschnittlich intelligentes Kind" hätte absehen müssen, welche Folgen die Öffnung dieses Tores nach sich ziehen würde. Duckenfield erklärte, er habe unter großem Stress gehandelt und sei "wie gelähmt" gewesen. In einem anschließenden Meeting mit Verbandsvertretern hatte Duckenfield damals angegeben, weitere Fans seien "durch die Tore eingedrungen", nicht jedoch, dass er selbst den Eingang hatte öffnen lassen. Dadurch war der Eindruck entstanden, die Fans trügen selbst die Schuld an der Katastrophe. Seit über 25 Jahren kämpfen Angehörige und Freunde der Opfer unter dem Motto "Justice for the 96" für deren Rehabilitierung.

asz/ck (sid)

Die Redaktion empfiehlt