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Fußball

Hertha lebt noch, Werder eine Runde weiter

Am vierten Spieltag der Europa League beweist die Berliner Hertha, dass sie doch noch Spiele gewinnen kann. Der HSV enttäuscht gegen Celtic Glasgow. Werder Bremen sichert dagegen vorzeitig den Einzug in die K.o.-Runde.

Jubel Spieler Hertha BSC (Foto: dpa)

Endlich durften die Herthaner wieder jubeln

Der Hamburger SV hat in der Europa League die Möglichkeit verpasst, einen großen Schritt in Richtung Zwischenrunde zu machen. Die Hamburger kamen im Heimspiel gegen die noch sieglosen Schotten von Celtic Glasgow nicht über ein mageres 0:0 hinaus. Zwar zeigte sich der HSV kämpferisch stark, spielerisch waren die Hamburger aber nicht überzeugend. Allmählich macht sich der personelle Aderlass nach den zahlreichen Verletzungen von Stammspielern anscheinend doch bemerkbar. In der Defensive musste Trainer Bruno Labbadia neben Jerome Boateng kurzfristig auch noch auf Guy Demel verzichten. Für ihn debütierte Tomas Rincon in der Startelf.

Spieler von Celtic Glasgow bilden Freistoßmauer (Foto: dpa)

Celtic machte die Schotten dicht

Hamburg spielte sich einige Chancen heraus, die beste Möglichkeit hatte aber Celtic. Hamburgs Torhüter Frank Rost rettete in der 17. Minute großartig gegen den nach einem Konter freien Scott McDonald. Auch in der 33. Minute blieb Rost im Duell eins gegen eins Sieger gegen McDonald, der nach einem Stellungsfehler von Boateng-Ersatz David Rozehnal frei vor dem Hamburger Tor auftauchte. Nach dem Wechsel erhöhten die Gastgeber das Tempo und schnürten Celtic teilweise in deren Hälfte ein, hätten sogar einen Handelfmeter bekommen können, den der Schiedsrichter aber verweigerte.

In der Folgezeit rannten die Hamburger einfallslos an und konnten sich nur selten durchsetzen. Glasgow blieb dagegen mit Kontern gefährlich. "Man muss der Mannschaft ein Kompliment machen. Die Situation war nicht einfach, aber sie hat sich wieder in das Spiel hineingefunden", sagte Trainer Bruno Labbadia. "Was vielleicht gefehlt hat, war die Durchschlagskraft. Wir haben es aber jetzt selber in der Hand und wollen das Weiterkommen in den letzten zwei Spielen klar machen." Am 2. Dezember kommt es gegen Rapid Wien zum "Endspiel". Die Österreicher, die zu Hause mit 0:3 (0:1) gegen Hapoel Tel Aviv verloren, liegen in der Tabelle drei Punkte hinter dem HSV auf Rang drei.

Hertha kämpft und wird belohnt

Für Hertha BSC ging es bereits um die letzte Chance, in der Europa League noch weiter zu kommen. Beim niederländischen Club SC Heerenveen mussten die Berliner gewinnen, um nicht schon am vierten Gruppenspieltag alles zu verspielen. Doch schon nach drei Minuten lag die völlig verunsicherte Truppe von Trainer Friedhelm Funkel mit 0:1 hinten. Der ehemalige Leverkusener Michal Papadopulos traf nach einer Ecke. Die erste Berliner Reaktion gab es nicht auf dem Platz, sondern im Gästeblock. Die rund 300 mitgereisten Hertha-Fans zündeten aus Frust Feuerwerkskörper und verbrannten im Block eine niederländische Fahne.

Umarmung Artur Wichniarek mit Arne Friedrich (Foto: dpa)

Wichniarek (l.) erlöste sich und die Hertha

Doch Fans und Spieler fanden zurück in die Spur: Nach 21 Minuten setzte Artur Wichniarek seinen Sturmpartner Valeri Domovchiyski in Szene, der zum 1:1-Ausgleich traf. Hoffnung keimte auf. In der 26. Minute hatte Maximilian Nicu sogar das 2:1 auf dem Fuß, stattdessen traf Papadopulos per Kopf erneut (36.). Nach dem Seitenwechsel trat die Hertha wie verändert auf. Aggressiver und mit mehr Druck nach vorne stemmten sich die Berliner gegen die Niederlage. In der 52. Spielminute war es erneut Domovchiyski, der das 2:2 machte. Wenige Minuten später hätte er sogar noch erhöhen können, traf aber nur den Pfosten. Doch Hertha suchte weiter das Tor des Gegners und wurde belohnt. In der Nachspielzeit ließ Wichniarek, der bisher völlig glücklose Stürmer, den Knoten platzen und stellte den 3:2-Endstand her.

"Wir haben nicht nur gekämpft, sondern uns auch Torchancen erarbeitet", lobte Funkel seine Spieler. "Für diese Arbeit sind wir belohnt worden." Zwar ist die Hertha noch nicht ganz im grünen Bereich, hat aber wieder eine Chance aufs Weiterkommen. Im zweiten Spiel der Gruppe D trennten sich Sporting Lissabon und der FK Ventspils 1:1 (1:1). Hertha BSC ist mit vier Punkten nun Dritter, punktgleich mit dem Zweiten Heerenveen.

Starker Wiese ebnet den Weg in die Zwischenrunde

Spielszene Tim Borowski (Foto: dpa)

Borowski traf zum 1:0

Ohne Mittelfeld-Antreiber Torsten Frings und den Torschützen vom Dienst, Claudio Pizarro, musste Werder Bremen zu Hause gegen Austria Wien antreten. Zwar übernahmen die Bremer von Beginn an das Kommando, nutzten aber gegen die tief in der eigenen Hälfte stehenden Österreicher ihre Chancen nicht. Stattdessen wären sie beim ersten ernsthaften Angriff der Wiener fast in Rückstand geraten. Nach einem Alleingang von Milenko Acimovic musste Werder-Torwart Tim Wiese Kopf und Kragen riskieren, um zur Ecke zu retten. Später glänzte er bei einem gefährlichen Schuss von Emin Sulimani. Nicht nur in dieser Szene war die Bremer Hintermannschaft zu sorglos, worauf der sonst so ruhige Trainer Thomas Schaaf am Spielfeldrand mit einem Wutanfall reagierte.

Nach dem Wechsel war es erneut Wiese, der Bremen im Spiel hielt, als er einen satten Flachschuss von Zlatko Juzunovic gerade noch um den Pfosten lenken konnte. Damit hatten die Wiener ihr Pulver verschossen, und Tim Borowski übernahm die Rolle des Hauptdarstellers. Zwei Großchancen vergab er, bei der dritten köpfte er den Ball - knapp in Abseitsposition stehend - nach Flanke von Marcus Rosenberg über den herauseilenden Wiener Keeper ins Tor (81.). Kurze Zeit später glänzte Aaron Hunt mit einem Zuspiel, das Hugo Almeida zum 2:0-Endstand verwertete (84.). Da gleichzeitig Nacional Funchal nur ein 1:1 (0:0) gegen Athletic Bilbao gelang, ist Werder bereits für die Zwischenrunde qualifiziert. "Wir haben sicherlich nicht unser bestes Spiel gezeigt", analysierte Thomas Schaaf. "Aber wir sind froh, dass wir die nächste Runde schon jetzt erreicht haben."

Autor: Andreas Ziemons
Redaktion: Olivia Fritz

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