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Bundesliga

Herrlich neuer Trainer in Leverkusen

Die lange Trainersuche bei Bayer 04 Leverkusen ist beendet. Der neue Coach ist ein ehemaliger Spieler: Heiko Herrlich kommt von Zweitliga-Aufsteiger Jahn Regensburg zur Werkself.

Bayer 04 Leverkusen hat mit Heiko Herrlich einen neuen Trainer gefunden. Der 45-Jährige war zuvor bei Zweitliga-Aufsteiger SSV Jahn Regensburg angestellt. er erhält beim Werksklub einen Vertrag bis 2019. Bei der offiziellen Vorstellung sagte Bayer-Sportdirektor Rudi Völler: "Es ist sicher für viele überraschend gewesen. Wir haben in den vergangenen Wochen viele Gespräche geführt, besonders mit zwei Trainern, haben es aber nicht hinbekommen. Im Verlauf der letzten Woche hat sich dann der Name Heiko Herrlich bei uns verfestigt. Seine beiden Aufstiege in Folge mit Jahn Regensburg waren außergewöhnlich, genauso wie die beiden Spiele gegen 1860 München. Das war beeindruckend."

Man habe, so Völler, in der vergangenen Saison nicht das Gefühl gehabt, dass "alle Spieler immer alles abgerufen haben, um erfolgreich zu sein". Bei seinen Gesprächen mit Herrlich, so Völler, habe er gemerkt, wie sehr der neue Trainer darauf brenne, "unsere Spieler noch besser zu machen und erfolgreich Fußball zu spielen".

"Nach oben keine Grenzen"

"Ich möchte mich bei allen Verantwortlichen für das Vertrauen bedanken", sagte Herrlich. "Ich werde alles dafür tun, es zu rechtfertigen und zurückzuzahlen. Es ist eine große Verantwortung." Das letzte Jahr sei nicht gut verlaufen und Bayer habe sein Ziel als Zwölfter deutlich verfehlt. Das solle sich wieder ändern: "Nach oben sind keine Grenzen gesetzt", so Herrlich.

Im März war Roger Schmidt bei der Werkself entlassen worden. Sein Interimsnachfolger wurde Tayfun Korkut, dessen magere sportliche Bilanz von elf Punkten aus elf Spielen die Vereinsführung aber nicht überzeugen konnte. 

Die Trainersuche in Leverkusen hatte lange Zeit in Anspruch genommen. Wunschkandidat Lucien Favre, der auch beim BVB im Gespräch war, hatte frühzeitig abgesagt. Der ehemalige Ajax-Coach und neue Dortmunder Trainer Peter Bosz stand ebenfalls auf der Wunschliste. Von einer Verpflichtung Thomas Tuchels hatte Bayer 04 wegen Zweifeln an seinen Fähigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich abgesehen. Gleichzeitig hatte Tuchels Berater gemeldet, dass sein Klient nicht nach Leverkusen wechseln werde. Auch der Mainzer Ex-Trainer Martin Schmidt und Jürgen Klinsmann waren gehandelt worden.

Viele Titel, Sieg gegen den Krebs

Fußballtrainer Heiko Herrlich spricht über Erkrankung (picture-alliance/dpa/F. P. Tschauner)

Herrlich nach seiner Krebstherapie im Jahr 2001

Herrlich begann 1989 als 17-Jähriger seine Spielerkarriere bei Bayer Leverkusen. Bis zu seinem Wechsel im Jahr 1993 nach Mönchengladbach bestritt er 75 Bundesliga-Spiele für die Werkself und erzielte dabei sechs Tore. "Es hat ein bisschen was von Nachhausekommen", sagte Herrlich, der 1993 mit Bayer 04 DFB-Pokalsieger wurde. Nach zwei Jahren bei den Mönchengladbachern, mit denen er 1995 ebenfalls DFB-Pokalsieger wurde, wechselte er 1995 zu Borussia Dortmund. Mit Dortmund gewann er 1996 und 2002 die deutsche Meisterschaft und 1997 die Champions League und den Weltpokal. Im Herbst 2000 wurde bei Herrlich ein bösartiger Gehirntumor diagnostiziert. Herrlich unterzog sich einer Strahlentherapie und besiegte den Krebs. 2001 kam er zurück auf den Platz, erreichte aber bis zu seinem Karriereende im Jahr 2004 nicht mehr seine alte Form.

Als Trainer arbeitete Herrlich als U17- und U19-Trainer des DFB, später beim VfL Bochum in der 2. Bundesliga, bei der SpVgg Unterhaching in der 3. Liga und als Jugendtrainer beim FC Bayern München. Zuletzt schaffte er mit Jahn Regensburg in der Relegation gegen 1860 München den Aufstieg in die 2. Liga.

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