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Frankreich

Heftiger Schlagabtausch zwischen Macron und Le Pen

Die französischen Präsidentschaftskandidaten Macron und Le Pen haben sich ein hitziges TV-Duell geliefert. Macron warf seiner rechtsextremen Konkurrentin eine Spaltung der Gesellschaft vor, sie ihm soziale Brutalität.

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Le Pen und Macron liefern sich hartes Duell

Marine Le Pen, die Kandidatin des rechtsextremen Front National, attackierte den sozialliberalen Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron zu Beginn der Sendung sofort scharf. Er stehe für "soziale Brutalität" und den "Kampf jeder gegen jeden". Sie selbst sei hingegen "die Kandidatin des Volkes".

Macron warf Le Pen seinerseits vor, keine Vorschläge zu machen, um die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen. Sie trage nicht nur den Namen ihres Vaters, sondern führe auch das Erbe dessen Partei weiter. Le Pen verbreite "Lügen" und "Unsinn", so Macron. Außerdem verkörpere sie den "Geist der Niederlage" und zeichne ein negatives Bild von Frankreich. Er wolle dagegen auf den Erfolgen und der Stärke Frankreichs aufbauen.

Macron: Le Pen verunglimpft Menschen wegen Herkunft

Der parteilose Mitte-Politiker hielt Le Pen vor, im Kampf gegen die wirtschaftlichen Probleme des Landes keine konkreten Vorschläge zu machen. Sie spalte zudem die französische Gesellschaft und verunglimpfe Menschen wegen ihrer Religion und Herkunft.

Le Pen wies den Vorwurf als falsch zurück: "Das ist doch immer die alte Litanei." Sie bekräftigte ihren Plan, in Frankreich wieder eine nationale Währung einzuführen. Der Euro sei "die Währung der Banker, nicht die Währung des Volkes".

Ein zentrales Thema war auch der Anti-Terror-Kampf. Le Pen warf Macron "Gefälligkeit mit dem islamistischen Fundamentalismus" vor und warb erneut dafür, ausländische Gefährder umgehend aus Frankreich auszuweisen. Macron entgegnete, Le Pen gehe in die Falle der Islamisten und zettele einen "Bürgerkrieg" in Frankreich an. Im Kampf gegen den Terrorismus sprach er sich dafür aus, die Geheimdienste zu stärken.

Le Pen: Frankreich wird von mir oder Frau Merkel regiert

Le Pen sieht sich unterdessen nicht nur in Konkurrenz zu Macron, sondern, auch zu Angela Merkel. Ab Sonntag werde Frankreich auf jeden Fall von einer Frau regiert - entweder von ihr oder der deutschen Kanzlerin, gab sie zu Protokoll.

Macron wolle nichts machen ohne das Einverständnis Merkels, erklärte Le Pen. Es seien "die Ungleichgewichte in den Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich, die in der Wirklichkeit die Keime des Krieges sind". Die europafeindlich eingestellte Kandidatin hatte bereits in einer früheren Debatte gesagt, sie wolle nicht die "Vizekanzlerin von Frau Merkel" sein.
 

Umfragen sehen Macron vorn

Der Pro-Europäer Macron war bei der ersten Wahlrunde am 23. April an erster Stelle gelandet und geht als klarer Favorit in die Stichwahl am kommenden Sonntag. Aktuelle Umfragen sehen den sozialliberalen Reformpolitiker mit rund 60 Prozent deutlich vor der EU-Gegnerin Le Pen, die demnach auf 40 Prozent käme.

Auch im TV-Duell schnitt Macron einer Zuschauerbefragung zufolge besser ab als Le Pen. 63 Prozent hätten Macron überzeugender gefunden, 34 Prozent Le Pen, berichtete der Sender BFMTV. Das Institut Elabe hatte im Auftrag des Senders 1314 Zuschauer der zweieinhalbstündigen Debatte befragt. Insgesamt verfolgten 16,5 Millionen Franzosen das Fernsehduell.

gri/bru (afp, rtr, dpa)

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