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Präsidentenwahlen in Frankreich

Macron und Le Pen liefern sich TV-Duell

In vier Tagen wählt Frankreich einen neuen Präsidenten. Der Linksliberale Emmanuel Macron und Marine Le Pen, Kandidatin des rechtsextremen Front National, liefern sich am Abend ein letztes TV-Duell vor der Stichwahl.

Beide ringen um noch unentschlossene Wähler und um diejenigen, die in der ersten Runde am 23. April gar nicht erst zur Abstimmung gegangen sind. Der zweieinhalb Stunden dauernde Schlagabtausch - live und zur besten Sendezeit - ist für viele Franzosen ein Muss. Wer sich hier gut verkauft, kann die entscheidenden Stimmen holen.

Jüngsten Umfrage zufolge kommt Macron auf 59 Prozent der Stimmen, Le Pen auf 41 Prozent. Auch andere Erhebungen sehen den parteilosen Ex-Wirtschaftsminister als Sieger. In der ersten Runde hatte er 24 Prozent geholt, knapp drei Punkte mehr als Le Pen.

Kein Grund zum Ausruhen

Auf diesen Werten ausruhen kann sich Macron aber nicht. Zwar haben der unterlegene konservative Kandidat Francois Fillon und der ebenfalls ausgeschiedene Sozialist Benoit Hamon ihre Anhänger aufgerufen, für Macron zu stimmen. Er kann einer Umfrage zufolge auch auf die Stimmen von einem Drittel der Anhänger des radikalen Linken Jean-Luc Melenchon zählen, der in der ersten Runde wie Fillon knapp 20 Prozent holte.

Doch zwei Drittel der Melenchon-Anhänger wollen ungültig oder gar nicht wählen. Auch im Fillon-Lager wissen viele Wähler nicht, wem sie ihre Stimme geben. Insgesamt seien mindestens 15 Prozent der Wahlberechtigten noch unentschieden, schätzen Meinungsforscher.

Die Finanzmärkte sind nervös

Rund 47 Millionen Bürger sind zur Wahl aufgerufen, in der ersten Runde lag die Beteiligung bei rund 80 Prozent. Angesichts der Unsicherheiten sind die Finanzmärkte nervös. Für den Fall einer Niederlage Macrons fürchten viele Anleger den Anfang vom Ende der Euro-Zone - im Falle seines Sieges dagegen eine Bestätigung der Währungsunion und des gerade beginnenden konjunkturellen Aufschwungs.

Wie auch immer, klar ist: Die Franzosen müssen sich entscheiden zwischen einem pro-europäischen früheren Investmentbanker und einer EU-skeptischen Rechtsextremen, die raus aus der Euro-Zone will und die sich wiederholt für strikte Begrenzungen für Einwanderer ausgesprochen hat.

Video ansehen 03:24

Stichwahl in Frankreich: Merci, mais non merci

Der 39-jährige Macron nannte Le Pens Politik in mehreren Interviews eine Gefahr für Frankreich. Er wolle in der TV-Debatte aber sachlich bleiben, kündigte Macron an. "Ich werde keine Schimpfworte gebrauchen. Ich werde keine Klischees oder Beleidigungen benutzen." Stattdessen wolle er zeigen, dass Le Pens Pläne die falschen Lösungen seien.

Le Pen ihrerseits erklärte, sie wolle ihre Ideen verteidigen. Macrons Programm bezeichnete sie als sehr vage. "In Wirklichkeit - so Le Pen weiter - "ist es schlicht die Fortsetzung von Francois Hollandes Regierung." Der scheidende Sozialist ist bei den Franzosen so unbeliebt wie kein Präsident vor ihm.

haz/sti (rtr, dpa)

 

Das Fernsehduell wird vom deutschen Sender Phönix übertragen.

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