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Asien

Heftige Gefechte mit radikalen Taliban

Bei der neuen Großoffensive in Süd-Waziristan hat die pakistanische Armee etwa 60 mutmaßliche Taliban-Kämpfer getötet. Auch fünf pakistanische Soldaten starben - der Armee schlägt erbitterter Widerstand entgegen.

Pakistanische Artillerie (Foto: AP)

Die pakistanische Armee rückt weiter vor

Aus Geheimdienstkreisen hieß es, die Taliban hätten neue Tunnelsysteme gegraben, auf Bergspitzen Raketenwerfer in Stellung gebracht sowie Straßen und Wege vermint. Doch trotz der massiven Gegenwehr der Islamisten sei es den Streitkräften gelungen, an mehreren Orten des pakistanisch-afghanischen Grenzgebietes vorzurücken, vermeldeten Sprecher des Militärs.

Die von Kampfflugzeugen und Hubschraubern unterstützten Bodentruppen hätten Extremisten aus zahlreichen Siedlungen vertrieben. Mindestens 60 Taliban-Kämpfer seien getötet worden. Auch fünf pakistanische Soldaten seien gefallen. Insgesamt sind nach Armeeangaben mehr als 30.000 Soldaten an der Offensive beteiligt.

Schätzungen zufolge sind bereits bis zu 100.000 Menschen aus Angst um ihr Leben aus der Region geflohen. Mit weiteren 100.000 Flüchtlingen wird gerechnet. Rund 350.000 Zivilpersonen werden noch dort vermutet. Die Vereinten Nationen bereiteten sich nach eigenen Angaben auf einen Hilfseinsatz für Flüchtlinge vor.

Flüchtlinge in Süd-Waziristan (Foto: AP)

Menschen mit ihrem Hab und Gut auf der Flucht: Szene aus Süd-Waziristan

Vorbereitet wurde die Großoffensive mit Luftangriffen, die bereits vor einigen Monaten begannen. Der vor zwei Wochen angekündigte Bodeneinsatz könne bis zu zwei Monate dauern, verlautete aus Geheimdienstkreisen. Etliche Flucht- und Nachschubrouten in dem Stammesgebiet wurden nach Militärangaben bereits abgeriegelt.

Taliban siegesgewiss

Eine unabhängige Bestätigung zum Verlauf der Kämpfe sowie zu den Opferzahlen gibt es nicht, da das Militär Telefonverbindungen in das Stammesgebiet weitgehend unterbrochen hat. Auch die meisten Journalisten haben die Region nach Beginn der Kämpfe verlassen.

Die Taliban erklärten, sie hätten den Streitkräften "schwere Verluste" zugefügt und deren Vormarsch gestoppt. "Wir wissen, wie wir diesen Krieg zu führen haben und den Feind mit minimalen Verlusten auf unserer Seite besiegen", sagte Taliban-Sprecher Azam Tariq am Sonntag der Nachrichtenagentur AP.

Offensive bereits der vierte Versuch Pakistans

Regierung und Armee hatten am Samstag zum Schlag gegen die Extremisten ausgeholt und den Start der neuen Großoffensive in deren Hochburg Süd-Waziristan verkündet. Auslöser für die Großoffensive war eine blutige Terrorserie, der in den vergangenen zwei Wochen mehr als 160 Menschen zum Opfer gefallen waren.

Die Region gilt als Rückzugsort für Taliban- und El-Kaida-Kämpfer, die auch für Anschläge auf die NATO-Truppen in Afghanistan verantwortlich gemacht werden. Auch der neue Chef der pakistanischen Taliban, Hakimullah Mehsud, hat in Süd-Waziristan seinen Unterschlupf. In dem Gebiet von rund 3300 Quadratkilometern halten sich schätzungsweise 10000 Extremisten auf, die von 1500 ausländischen Kämpfern unterstützt werden.

Die neue Offensive ist bereits der vierte Versuch der Truppen seit 2001, die Taliban aus der Region zu vertreiben. Die drei bisherigen Militäroperationen endeten jeweils mit einem Waffenstillstand, der letztlich den Taliban weiter die Kontrolle in Süd-Waziristan ließ. Die Regierung hat erklärt, dass es nun keine Verhandlungslösung geben werde. Vor allem die USA hatten Pakistan gedrängt, endlich entschieden gegen die Extremisten in der Grenzregion vorzugehen.

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