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Wirtschaft

Hedge-Fonds-Alarm bei Daimler

Der Aktienkurs von Daimler steigt wieder. Als Ursache vermuten Börsianer die Berichte, wonach ein Hedge-Fonds bei dem Automobil-Konzern einsteigen könnte. Daimler selbst gibt an, nichts von einer Übernahme zu wissen.

Mercedes-Stern (Quelle: AP)

Greift jemand nach dem Stern?

Der Aktienkurs des Autobauers Daimler zieht wieder an. Am Montag (04.08.2008) stieg er zeitweise um rund vier Prozent auf 38,07 Euro. Damit war die Aktie Spitzenreiter im DAX. Schließlich pendelte sich der Kurs bei einem Anstieg von zwei Prozent ein. In der vorigen Woche hatte Daimler fast sechs Prozent verloren, nachdem der Autokonzern zuvor die Anleger mit einer Gewinnwarnung geschockt hatte.

Heuschrecke im Anflug?

Beflügelt wurde der Kurs durch Medienberichte, wonach ein ausländischer Hedge-Fonds in großem Umfang Daimler-Aktien einkauft. Dabei nutze er gezielt den niedrigen Aktienkurs, hieß es. Banken hätten den Konzern über entsprechende Käufe informiert, berichtete der "Focus" unter Berufung auf ein Aufsichtsratmitglied.

Daimler dementierte den Bericht. "Wir haben keine Hinweise von Banken, dass Positionen aufgebaut werden", sagte eine Unternehmenssprecherin am Montag in Stuttgart. Man könne eine Übernahme aber auch "nicht vollständig ausschließen". "Wir sind mit unserer Aktionärsstruktur zufrieden, aber auch offen für Neu-Investoren", sagte ein Sprecher.

Unternehmen ohne Großaktionäre

Daimler-Vorstand Dieter Zetsche - AP

Chef und Karosse: Der Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche ist grundsätzlich offen für neue Investoren

Auch der Betriebsrat hat nichts gegen neue Investoren. Mehrere stärkere Anteilseigner seien besser als Streubesitz. "Solange ein Investor nicht die Zerschlagung des Unternehmens plant, ist der Einstieg nicht verwerflich", sagte ein Sprecher des Betriebsrates.

Schätzungen zufolge werden schon heute 20 Prozent der Daimler-Anteile von Hedge-Fonds gehalten. Der größte Anteilseigner bei Daimler ist das Emirat Kuwait mit 7,6 Prozent. Die Deutsche Bank, früher ein Großaktionär, hält heute nur noch rund drei Prozent.

Rückkauf der Aktien statt Übernahme

Wegen des hohen Anteils an Streubesitz fürchte das Daimler-Management eine Übernahme durch einen Hedge-Fonds, so der "Focus". Der Rückkauf von Aktien, den Daimler seit einiger Zeit betreibt, sei eine Abwehrmaßnahme. Daimler strebt an, für bis zu sechs Milliarden Euro bis zu zehn Prozent der eigenen Aktien zurückzukaufen.

Damit sollen die hohen Bargeldbestände abgebaut werden, die Daimler seit dem mehrheitlichen Verkauf seiner US-Tochter Chrysler hat. Analysten und Banker hatten die Aktion zum Teil heftig kritisiert und Daimler geraten, das Geld besser für schlechte Zeiten zu horten. (det)

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