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Amerika

Havanna setzt Todesstrafe aus

Der oberste kubanische Gerichtshof hat das letzte noch verbliebene Todesurteil außer Kraft gesetzt. Humberto Eladio Real Suárez wird nicht hingerichtet, muss dafür aber 30 Jahre ins Gefängnis.

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Real Suárez war im Oktober 1994 gemeinsam mit sechs anderen Mitgliedern einer im US-Bundesstaat Florida beheimateten Gruppe von Exil-Kubanern (Partei der Nationalen Demokratischen Einheit, "PUND") im Norden der Insel mit Sturmgewehren bewaffnet an Land gegangen. Die Gruppe hatte einen Mann getötet, um dessen Auto zu stehlen. Nur wenig später wurden die Männer festgenommen. Real Suárez wurde zwei Jahre später wegen Mordes und Gefährdung der Staatssicherheit zum Tode verurteilt, die übrigen Mitglieder seiner Gruppe erhielten langjährige Haftstrafen. Nach Behördenangaben habe die Gruppe damals Sabotageakte geplant, um die kubanische Regierung zu destabilisieren.

Todesstrafe für immer abgeschafft?

Der kubanische Staaschef Raúl Castro (Foto:ap)

Vor zwei Jahren hatte Raúl Castro bereits viele in Kuba zum Tode Verurteilte begnadigt

Im Jahr 2000 hatte die kubanische Regierung die Aussetzung der Todesstrafe verkündet. Seitdem wurden nur 2003 noch einmal drei Männer hingerichtet. Sie hatten mit Waffengewalt ein Schiff mit 50 Passagieren entführt, um damit nach Florida zu fliehen. Im April 2008 milderte Staatschef Raúl Castro die Todesurteile gegen dutzende Gefangene zu Haftstrafen ab.

Im Laufe des vergangenen Monats wandelte der Oberste Gerichtshof dann noch die Todesurteile gegen zwei Salvadorianer, die Bombenanschläge gegen Touristen durchgeführt haben sollen, in 30-jährige Haftstrafen um. Der 40-jährige Real Suárez war somit der einzig verbliebene Häftling in Kuba, der noch hingerichtet werden sollte.

Autor: Oliver Pieper (dpa/ap/afp)
Redaktion: Sven Töniges

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