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Aktuell Kultur

Hatra auf der Roten Liste der UNESCO

Das Welterbekomitee hat auf die gezielte Zerstörung von Kulturgütern durch die Terror-Miliz des "Islamischen Staats" reagiert. Sie setzte die Wüstenstadt Hatra im Irak auf die Rote Liste der bedrohten Stätten.

Im April hatte der "Islamische Staat" (IS) ein Video veröffentlicht, das die Zerstörung von bedeutenden Artefakten in der 2000 Jahre alten Stadt zeigt. Die antike Stadt umfasst einen imposanten Tempelbezirk mit römischen, griechischen und orientalischen Elementen. Diese gelten dem Welterbekomitee als besonders schützenswert und deshalb hat die UNESCO Hatra nun auf die Rote Liste der bedrohten Stätten gesetzt. Mehrere Länder des Komitees signalisierten ihre Bereitschaft, Irak beim Wiederaufbau der Stätte zu helfen, sobald die Situation dies zulasse. Auch die irakischen Welterbestätten Samarra und Assur stehen bereits auf der Roten Liste.

Bereits Ende Mai hat die UN-Vollversammlung eine Resolution zum Schutz von Kulturgütern verabschiedet. Die von Deutschland und dem Irak gemeinsam eingebrachte Entschließung ruft unter anderem zur strafrechtlichen Verfolgung der Täter auf.

"Bonner Erklärung" gegen Zerstörung durch IS

Seit Montag tagt das Welterbekomitee in Bonn und gleich zu Beginn ihres Treffens veröffentlichte die UNESCO eine "Bonner Erklärung". Darin wandte sich das Komitee in aller Schärfe gegen die Zerstörung von Welterbestätten in Nahost durch die Dschihadisten-Miliz IS. Vorsätzliche Angriffe auf historische Monumente könnten den Tatbestand eines Kriegsverbrechens erfüllen, hieß es in der Deklaration. Zugleich verurteilte das Gremium das IS-Vorgehen als "barbarische Übergriffe".

fab/kle (dpa, afp)

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