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Filme

Hannelore Elsner zum 75.

Sie begann als Starlet in Unterhaltungsfilmen, war viele Jahre TV-Kommissarin und glänzte dann in preisgekrönten Dramen. Hannelore Elsner steht seit fast 60 Jahren vor der Kamera. Jetzt wird die Schauspielerin 75.

Die meisten Schauspielerinnen haben Schwierigkeiten, ab einem gewissen Alter überhaupt noch gute Rollen zu bekommen, bei Hannelore Elsner lief es genau anders herum: Sie stieg erst mit Ende Fünfzig zu einer der größten deutschen Charakterdarstellerinnen auf.

Hannelore Elsner, die eigentlich Elstner heißt, wird am 26. Juli 1942 im oberbayerischen Burghausen geboren und wächst in München auf. Früh hat sie zwei Schicksalsschläge zu verkraften: Ihr zwei Jahre älterer Bruder kommt im März 1945 bei einem Fliegerangriff ums Leben; ihr Vater stirbt, als sie acht ist. Sie wechselt mehrmals die Schule und übernimmt als 14-Jährige in München kleinere Jobs, weil das Geld knapp ist. "Ich war nirgendwo richtig daheim", schreibt sie in ihrer Autobiografie "Im Überschwang. Aus meinem Leben" (2011) über ihre Jugend.

Leichte Unterhaltung mit Sex-Appeal

Hannelore Elsner mit Mario Adorf in dem Film Die Herren mit der weißen Weste (1969)(picture alliance/KPA)

Elsner mit Mario Adorf in "Die Herren mit der weißen Weste" (1969)

Mit 16 Jahren wird Elsner bei einem Spaziergang in München fürs Schauspiel entdeckt. Ein Jahr später dreht sie an der Seite des damals enorm populären Schauspielers und Sängers Freddy Quinn ihren ersten Film: "Freddy unter fremden Sternen". Nach einer Schauspielausbildung in München steht sie 1961 zum ersten Mal auf einer Theater-Bühne. 1968 soll sie in Slawomir Mrozeks "Tango" der Münchner Kammerspiele die erste Nackte auf einer deutschen Bühne gewesen sein - wenn auch nur für drei, vier Sekunden, wie sie selbst sagt. 

Bis heute hat Hannelore Elsner in mehr als 200 Kino- und Fernsehproduktionen mitgespielt, u.a. an der Seite von Peter Alexander, Georg Thomalla und Mario Adorf. Zunächst wird sie dank ihres Sex-Appeals vor allem für leichte Unterhaltungsfilme wie "Die Lümmel von der ersten Bank" und Krimis gebucht, an der Seite von Peter Alexander, Georg Thomalla oder Hansi Kraus. Dazu steht sie noch heute: "Ich weiß, was ich alles gemacht habe, das belanglos war. Aber das kann man mir nicht vorwerfen. Ich habe ein Leben lang mich und die meinen selber versorgt, ich musste ja auch Geld verdienen", sagt sie der "Süddeutschen Zeitung" (2010). Internationale Anerkennung verschafft ihr dann 1975 die weibliche Hauptrolle der Marlit in "Berlinger" (Regie: Alf Brustellin und Bernhard Sinkel). 

Mitte der 1980er Jahre legt Elsner eine knapp 15-jährige Kinopause ein, ist aber im Fernsehen sehr präsent. Besonders populär ist sie als "Die Kommissarin", die sie in der ARD von 1994 bis 2006 in 66 Folgen verkörpert. Es ist das erste Mal, dass eine Frau die Hauptrolle in einer Krimiserie übernimmt. Zu Beginn an ihrer Seite: der junge Til Schweiger. 

"Die Unberührbare" und "Mein letzter Film" - Elsner als Charakterdarstellerin

Das große Kino-Comeback gelingt Elsner als "Die Unberührbare" im Jahr 2000. Regisseur Oskar Roehler verfilmt darin die letzten Tage seiner Mutter, der DDR-Autorin Gisela Elsner (mit der Hannelore Elsner nicht verwandt ist), die mit dem Fall der Berliner Mauer ihre Existenzgrundlage verliert und schließlich Selbstmord begeht. Elsner wird für ihre Leistung - ebenso wie der Film selbst - mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. Sie selbst bezeichnet "Die Unberührbare" in dem Boulevardblatt "Die Bunte" als "das Nonplusultra meiner bisherigen Karriere".

Filmszene Die Unberührbare mit Hannelore Elsner (picture-alliance/dpa/KPA)

Hannelore Elsner als "Die Unberührbare" (2000)

Fortan gilt sie als große deutsche Charakterschauspielerin. Den nächsten Filmpreis heimst sie drei Jahre später für "Mein letzter Film" ein, in dem sie als alternde Diva glänzt, die in einem 90-minütigen Monolog über ihr bisheriges Leben sinniert, mit ihrem Mann abrechnet und dann zu einem Neuanfang aufbricht. Erfolge wie "Alles auf Zucker!" (2004, Regie: Dani Levy) und Doris Dörries "Kirschblüten - Hanami" (2008) folgen. 

Ihr Privatleben hält die Schauspielerin, so weit es geht, aus den Schlagzeilen heraus. Sie war zweimal verheiratet und hat einen Sohn, Dominik, aus einer Beziehung mit Regisseur Dieter Wedel.

Elsner gibt nicht gerne Interviews zu ihren Geburtstagen. "Ich muss über mein Alter reden, seit ich 25 bin", beschwert sie sich in ihrer Autobiografie. "Mir gefällt die buddhistische Idee, die sagt, bis 60 ist man jung, ab 60 wird man älter."  

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