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Aktuell Nahost

Hamas bricht Waffenruhe

Die radikalislamische Hamas hat nach einer Feuerpause ihre Raketenangriffe auf Israel fortgesetzt. Israel wollte die Waffenruhe um vier Stunden verlängern. Dem stimmte die Hamas nicht zu.

Bis Mitternacht Ortszeit (23.00 MESZ) wollte die israelische Armee keine Ziele der im Gazastreifen herrschenden Palästinenserorganisation Hamas angreifen. Das hatte ein Militärsprecher im Kurzbotschaftendienst Twitter erklärt. Die Hamas lehnte eine Verlängerung ab. Zwei Stunden nach Ende der Feuerpause um 20.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MESZ) seien wieder Raketen abgefeuert werden, sagte ein Sprecher des militärischen Arms der Palästinenserorganisation am Samstagabend.

Zuvor war international massiver Druck auf beide Seiten ausgeübt worden, die Feuerpause zu verlängern. Unter anderem riefen die Außenminister von sieben Ländern, darunter die USA, Frankreich und Deutschland, bei einem Treffen in Paris eindringlich zur Verlängerung der Waffenruhe auf.

Mehr als 1000 Tote im Gaza-Konflikt

Während die Waffen schwiegen wurde im Gazastreifen das ganze Ausmaß der Gewalt sichtbar: Rund 130 Tote wurden binnen weniger Stunden laut palästinensischen Rettungsdiensten aus den Trümmern geborgen. Damit kamen seit Beginn der israelischen Militäroffensive mehr als 1000 Palästinenser ums Leben, die meisten von ihnen Zivilisten, darunter auch viele Kinder. Fast 6000 Menschen wurden in dem Küstenstreifen verletzt. Zudem wurden seit Beginn der Kämpfe 40 israelische Soldaten sowie drei Zivilisten auf israelischem Gebiet getötet.

Nach den Luftangriffen der israelischen Armee bot sich Bewohnern und Reportern, die erstmals in die umkämpften Bereiche durften, vielerorts ein Bild der Zerstörung. Rettungsdienste berichten, ganze Wohnblocks seien dem Erdboden gleichgemacht worden. Während der Feuerpause soll sich die Zivilbevölkerung mit Lebensmitteln und Wasser versorgen können. Die Krankenhäuser könnten ihre Medikamentenvorräte aufstocken und die Internationalen Hilfsorganisationen humanitäre Hilfe leisten.

In dem seit 19 Tagen andauernden Konflikt hatten US-Außenminister John Kerry und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in langen und zähen Verhandlungen der israelischen Regierung und der Hamas die Feuerpause an diesem Samstag abgerungen. Nach andauerndem Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen hatte Israel am 8. Juli mit Luftschlägen gegen Stellungen der Hamas begonnen. Am 17. Juli startete die israelische Bodenoffensive in den Küstenstreifen.

Nach eigenen Angaben hat Israel sein militärisches Ziel, sämtliche Tunnel der Hamas aufzufinden und diese zu zerstören, noch nicht erreicht. Etliche dieser unterirdischen Gänge reichen bis nach Israel und könnten zu Überraschungsangriffen auf grenznahe israelische Orte und zu Entführungen genutzt werden. Andere dienen der Hamas und anderen militanten Palästinensergruppen als Kommandozentralen, Waffenlager und Verstecke.

qu/re/gri (afp, rtr, dpa)

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