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Aktuell Deutschland

Habermas mit Heine-Preis geehrt

Der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas ist mit dem Düsseldorfer Heine-Preis ausgezeichnet worden. Bei der Verleihung warb er für ein Europa ohne "törichte Nationalvorurteile".

Im europäischen Parlament könnten derartige Vorurteile, von denen bereits beim Dichter Heinrich Heine die Rede war, durchkreuzt werden, sagte der 83-Jährige bei der Preisverleihung in seiner Geburtsstadt Düsseldorf. Habermas bekam die Auszeichnung für sein Lebenswerk. Die Jury sieht in ihm einen der weltweit bedeutendsten Denker der Gegenwart. Sein Werk sei durch die freiheitlichen Ideen der Aufklärung geprägt. Dabei setze sich Habermas unermüdlich für ein demokratisch verfasstes Deutschland ein und trage mit seinen streitbaren Beiträgen zu den gesellschaftspolitischen Debatten Europas bei, begründete die Jury ihre Entscheidung für den Sozialphilosophen. So hatte der engagierte Zeitkritiker Habermas in jüngster Zeit angesichts der Euro-Krise für eine Vertiefung der europäischen Integration geworben.

Der Heine-Preis, der alle zwei Jahre verliehen wird, gehört zu den wichtigsten deutschen Literaturpreisen. Der am 18. Juni 1929 in Düsseldorf geborene Wissenschaftler ist der erste Preisträger, der mit dem Namensgeber der Auszeichnung, dem Dichter Heinrich Heine (1797 - 1856), die Geburtsstadt teilt.

Der weltweit geachtete Philosoph und Soziologe, dessen Werke in 30 Sprachen übersetzt wurden, begann seine akademische Karriere 1956 an der Universität Frankfurt am Main. Dort arbeitete Habermas als Assistent für Theodor W. Adorno, der zusammen mit Max Horkheimer einer der wichtigsten Vertreter der "Frankfurter Schule" ist. 1961 ging Habermas als Philosophie-Professor nach Heidelberg, bevor er 1964 Horkheimer auf dessen Lehrstuhl in Frankfurt beerbte. Habermas wichtigste Werke sind die "Theorie des kommunikativen Handelns" und "Faktizität und Geltung".

Unter den bisherigen Preisträgern des Heine-Preises der Stadt Düsseldorf sind viele bekannte Namen, so die französische Publizistin Simone Veil, Walter Jens, Marion Gräfin Dönhoff, Max Frisch und Richard von Weizsäcker.

qu/gmf (dpa, epd)