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Wissen & Umwelt

Grippe hat Hochkonjunktur

Die Grippewelle rollt durch Deutschland. Vor allem im Süden gibt es mehr und mehr Krankmeldungen. In einigen Krankenhäusern müssen Operationen verschoben werden - die Ärzte haben Grippe.

In der Grippesaison 2014/2015 sind bislang viel mehr Menschen erkrankt als im Vorjahr. Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft Influenza des

Robert Koch-Instituts (RKI)

hin. Über 18.000 Menschen mit Influenza wurden offiziell bereits erfasst. Mehr als ein Drittel davon (6251) allein in der siebten Kalenderwoche. Die Gesamtzahl der Erkrankten ist vermutlich um ein Vielfaches höher. "Wie hoch diese Dunkelziffer genau ist, wissen wir nicht", sagte die Sprecherin des RKI, Susanne Glasmacher, "aber es gibt eine erhebliche Unterfassung".

Vor allem der Süden ist von dem explosionsartigen Anstieg der Grippe-Fälle betroffen. Im Raum Karlsruhe geriet der Nahverkehr in den letzten Tagen ins Stocken - 20 Prozent der Straßenbahnfahrer hatten sich hier krankgemeldet. Auch in Baden-Württemberg, genauer: in einzelnen Krankenhäusern Südbadens, herrscht aufgrund der Krankheitswelle Personalnotstand. "Wir lehnen niemanden ab", versichert ein Sprecher des Uniklinikums Freiburg. Allerdings sind erste planbare Eingriffe und Operationen bereits verschoben worden. Denn jeder zehnte Krankenhausmitarbeiter liegt zurzeit selbst krank im Bett.

Wer hofft, dass die Grippe-Welle nun wieder abklingt, wird enttäuscht. Experten des

Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI)

schätzen, dass der Höhepunkt erst Mitte März erreicht sein wird.

Impfstoff wirkt nicht optimal

Das Ausmaß der diesjährigen Grippewelle ist durchaus erklärbar. Wissenschaftler des Robert Koch-Instituts gehen davon aus, dass der diesjährige Grippe-Impfstoff nicht optimal wirkt. So habe sich der besonders verbreitete Influenza A H3N2-Subtyp so verändert, dass der Impfstoff - dessen Zusammensetzung die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits im Frühjahr 2014 festgelegt hatte - nicht mehr richtig wirkt. Der Grund: Das Eiweiß, das im Impfstoff enthalten ist, stimmt nicht mehr mit dem Oberflächeneiweiß des Erregers überein.

Dies ist ein medizinisches Problem, das auch in näherer Zukunft nicht unbedingt zu vermeiden ist. "Trotz aller Bemühungen bleibt es schwer, die genauen Influenza-Subtypen, gegen die der Impfstoff wirken muss, im Voraus schon zu bestimmen", sagt Carlos Cuzman vom HZI. Die Wissenschaft müsse deshalb weiter an besseren Vorhersagemethoden arbeiten. Die WHO bezieht ihre Daten im Hinblick auf die Zusammensetzung des Grippeimpfstoffs aus über 100 nationalen Referenzlaboren.

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