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Aktuell Europa

Griechenlands Hoffnung stirbt zuletzt

Auch wenn die Schuldenlast drückt, der Euro schwächelt und die Griechen kurz vor dem Bankrott stehen - die Euro-Staaten geben nicht auf. Um Griechenland zu retten, setzen sie nun auf eine neue Idee.

Die Europäische Zentralbank (EZB) spielt eine maßgebliche Rolle dabei, denn sie soll ihre Buchgewinne bei griechischen Staatsanleihen beisteuern. Das geht aus einem Bericht der Zeitung "Die Welt" hervor, die sich auf Notenbankkreise beruft.

Hintergrund der Idee sind die relativ niedrigen Kurse, zu denen die EZB die griechischen Papiere gekauft hat. Bei Ablösung dieser Anleihen entstehen enorme Gewinne, die direkt an Athen zurückfließen könnten. Laut Bericht beträgt der mögliche Erlös zwischen zehn und 15 Milliarden Euro.

Allerdings sei dies eine langfristige Lösung, denn die Gewinne fallen erst in den kommenden Jahren an, wenn die Anleihen fällig werden. Gegen eine Vorab-Auszahlung sträuben sich die Notenbanker vehement.

Ranghoher Besuch in Athen

Nach Angaben des griechischen Finanzministeriums sind die Sparpläne bis 2014 nun fertiggestellt. Damit will das Land 11,7 Milliarden Euro einsparen. Ministerpräsident Antonis Samaras will die Pläne noch am Donnerstag den Koalitionspartnern präsentieren.

Außerdem reist auch EU-Kommissionspräsident Jose Barroso nach Athen. Es handle sich um einen Routinebesuch, hieß es aus Brüssel. Ziel Barrosos sei es, von Angesicht zu Angesicht in Athen mit dem Premierminister die ökonomische Situation in Europa und Griechenland zu besprechen. Sein letzter Besuch liegt bereits mehr als drei Jahre zurück.

Derzeit prüft eine Experten-Troika des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Europäischen Union, die Sparanstrengungen Griechenlands.

Diskussion versiegt nicht

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EU-Troika wieder in Griechenland (24.07.2012)

Um den Euro zu stabilisieren und Griechenland zu retten, hat der bayerische Finanzminister Markus Söder (CSU) erneut die Debatte um den Ausstieg aus der Eurozone angeheizt. Samaras hatte sich in den vergangenen Tagen heftig gegen Äußerungen einiger europäischer Politiker gewehrt, wonach ein Euro-Austritt seines Landes verkraftet werden könne.

Söder sprach sich für einen "geordneten Ausstieg" aus. Dieser wäre besser für Europa und für Griechenland selbst, sagte der CSU-Politiker im Deutschlandfunk. Anders könne das Land den Weg aus der Krise nicht bewältigen. "Griechenland hat kaum eine Chance, und deswegen ist der Austritt Griechenlands zwangsläufig."

Auch weiteren Finanzhilfen über die bisherigen Zusagen hinaus erteilte Söder eine Absage. Seit anderthalb Jahren gäben die Europäer Griechenland "immer mehr Geld. Zurückgekommen auch im Sinne von Reformschritten ist nichts."

nis/qu (rtr, dapd, dpa)

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