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Wirtschaft

Google wechselt Spitze aus

Überraschender Führungswechsel bei Google: Der Mitgründer des US-Internet-Riesen, Larry Page, kehrt nach zehn Jahren an die Konzernspitze zurück. Im April tritt er die Nachfolge von Eric Schmidt an.

Fahrzeuge des umstrittenen Google-Projekts Street View auf der Messe Cebit 2010 (Foto:dpa)

Der jüngste Coup des Internet-Giganten: das umstrittene Google Street View

Eric Schmidt tritt als Google-Chef ab. Zehn Jahre stand er an der Spitze der bekannten Suchmaschine, doch nun übernimmt Firmen-Mitbegründer Larry Page wieder selbst das Ruder. Wie Schmidt am Donnerstag (20.01.2011, Ortszeit) in Mountain View in Kalifornien weiter mitteilte, wird er Google als Chef des Verwaltungsrats künftig vor allem nach außen vertreten. In dieser Funktion ist er unter anderem für Kooperationen zuständig. Pages Kompagnon Sergey Brin wird sich um neue Produkte kümmern.

Weiter ein Triumvirat

Google-Spitze (von li) Sergey Brin, Eric Schmidt und Larry Page (Foto: AP)

Google-Spitze (von li) Sergey Brin, Eric Schmidt und Larry Page

"Wir haben unsere Rollen jetzt klarer geregelt", sagte Schmidt. Der bisherige Weg, Entscheidungen gemeinsam zu treffen, sei angesichts der Größe des Unternehmens zu kompliziert geworden. Das Triumvirat Page, Brin, Schmidt werde auch in Zukunft Bestand haben.

Die ehemaligen Studienkollegen Page und Brin hatten Google 1998 gegründet. 2001 übergaben die beiden die Firma an Schmidt, der zuvor Vorstandschef beim Software-Anbieter Novell war. Unter dem erfahrenen Manager entwickelte sich Google von einer Internet-Suchmaschine zu einem breit aufgestellten Technologiekonzern. "Eric ist ein toller Firmenchef und ich habe viel von ihm gelernt", betonte Page.

Umsatz und Gewinn steigen

Mobiltelefon von Google (Foto: dpa)

Mobiltelefon von Google

Und Google wächst und gedeiht weiter: Im Schlussquartal 2010 stieg der Umsatz um 26 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 2,5 Milliarden Dollar und damit 29 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Gesamtjahr 2010 verdiente Google 8,5 Milliarden Dollar. Der Konzern kann das Geld gar nicht so schnell ausgeben, wie es hereinkommt. In der Kasse liegen mittlerweile 35 Milliarden Dollar.

Mit seinen Ideen und seinen Milliarden dringt Google in immer neue Geschäftsfelder vor: Smartphones, Fernsehen, Internet-Telefonie, elektronische Bücher, Musik, Bürosoftware, PC-Betriebssystem oder Internet-Browser. Google gerät dabei allerdings auch immer wieder in die Kritik von Wettbewerbshütern und Datenschützern, die die Marktmacht des Konzerns fürchten.

In Deutschland hatte zuletzt der Karten- und Bilderdienst Google Street View für Aufregung gesorgt, bei dem Kamerawagen ganze Straßenzüge abfotografierten. Hunderttausende legten Widerspruch gegen das Zeigen ihrer Häuser und Wohnungen im Netz ein.

Schmidt macht Kasse

Aus der Google-Mitteilung über die Änderungen an der Führungsspitze an die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC geht auch hervor, dass Schmidt einen kleinen Teil seiner Google-Aktien verkaufen will. Schmidt habe vor, 534.000 Aktien abzugeben, heißt es in der Meldung an die SEC. Dies entspricht zum gegenwärtigen Börsenkurs einem Wert von 334 Millionen Dollar. Macht Schmidt von dieser Option in vollem Umfang Gebrauch, würde sich sein Anteil am Unternehmen von 2,9 auf 2,7 Prozent verringern.

Autor: Michael Wehling (dpa, rtr, dapd, afp)

Redaktion: Dirk Eckert

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