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Wirtschaft

Werbekunden bescheren Google hohen Gewinn

Die Anzeigenkunden kommen zurück: Google hat wieder mehr Aufträge und erhöhte im ersten Quartal 2010 seinen Umsatz auf 6,8 Milliarden Dollar. Analysten bleiben aber skeptisch. Der Konzern starte zu viele Projekte.

Zwei Laptop-Nutzer vor Google-Logo (Foto: AP)

Die User suchen kostenlos, die Firmen zahlen gerne für ihre Anzeigen

38 Prozent mehr Gewinn machte der Internetgigant Google im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, knapp zwei Milliarden Dollar. Google habe sich sehr gut geschlagen, resümierte Finanzchef Patrick Pichette. Der Umsatz stieg um 23 Prozent auf 6,8 Milliarden Dollar, mehr als Branchenexperten im Vorfeld gerechnet hatten.

Google gab am Donnerstag (15.04.2010) einen Anstieg seines Netto-Gewinns im ersten Quartal auf 1,96 Milliarden Dollar bekannt. Pro Aktie waren dies 6,06 Dollar. Ohne Sonderposten erwirtschaftete der Konzern einen Gewinn von 6,76 Dollar pro Anteilsschein und damit 16 Cent mehr als von Experten erwartet. Der Gesamt-Umsatz stieg um knapp 23 Prozent auf 6,77 Milliarden Dollar. Netto lag der Umsatz bei 5,06 Milliarden Dollar und damit ebenfalls über den von Analysten erwarteten 4,95 Milliarden Dollar.

Googles Finanzchef Patrick Pichette (Foto: Google)

Finanzchef Patrick Pichette kündigte hohe Investitionen an

Fast 800 neue Mitarbeiter eingestellt

Die guten Zahlen liegen vor allem am ursprünglichen Kerngeschäft. Google verdient hauptsächlich an Anzeigen, die im Umfeld seiner Suchmaschine geschaltet werden. Nachdem Firmen während der Finanzkrise bei der Werbung sparten, sind sie jetzt wieder bereit, Geld dafür auszugeben. Die digitale Wirtschaft wachse schnell und deshalb bleibe Google optimistisch, sagte Pichette. Fast 800 neue Mitarbeiter begannen im ersten Quartal beim Konzern, der nun über 20.000 Beschäftigte hat.

Aktienkurs gefallen - zu viele Projekte gestartet?

An den Börsen hatte das gute Ergebnis jedoch keine Wirkung, der Kurs der Aktie fiel um fünf Prozent. Analysten befürchten, dass Google sich mit zu vielen neuen Projekten verzettelt. Die überschüssigen Gewinne würden massiv in Innovationen im Kerngeschäft und neuen Bereichen fließen, sagte Patrick Pichette.

Auf dem Handy-Markt weit abgeschlagen

Eines der größten Abenteuer ist das Mobilfunk-Geschäft. Der Konzern hat das Handy-Betriebssystem Android entwickelt und mit dem Nexus One auch ein eigenes Gerät auf den Markt gebracht. Finanzchef Pichette versicherte, dass das Gerät profitabel sei. Die Stückzahlen liegen bislang weit hinter der Konkurrenz.

Logos von Microsoft und Yahoo (Foto: AP)

Microsoft und Yahoo haben bei Internet-Suchen zugelegt

Der Vorstoß auf den Handy-Markt hatte zum Konflikt mit dem iPhone-Hersteller Apple geführt, ehedem ein guter Partner. "Wir hatten eine starke Verbindung zu Apple und wir hoffen, dies in der Zukunft fortsetzen zu können", sagte Entwicklungschef Jeff Huber und reagierte damit auf Spekulationen, Apple könne Google als Suchmaschine von seinem iPhone verbannen und zu Microsofts Bing wechseln.

Microsoft und Yahoo holen auf

Bei der Internet-Suche hatten Microsoft und Partner Yahoo im März auf dem US-Markt etwas aufgeholt. Nach Daten des Marktforschers Comscore lag der Google-Anteil im Vergleich zum Vormonat von 65,5 auf 65,1 Prozent.

Zur Situation in China sagte Finanzchef Pichette, es sei eine harte, aber richtige Entscheidung gewesen, Google.cn nicht weiter zu zensieren. Im März hatte das Unternehmen entschieden, die Seite stattdessen zu einer Seite in Hongkong umzuleiten.

Autor: Julian Mertens (dpa, rtr, afp)

Redaktion: Martin Schrader

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