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Kultur

Golden Globes verliehen

Große Gewinner: Das Kinodrama "Slumdog Millionaire" und Kate Winslet in "Der Vorleser". Der deutsche RAF-Film "Der Baader Meinhof Komplex" ging leer aus.

Der britische Regisseur Danny Boyle hält in seiner linken Hand den Globe, einen Turm mit einer Weltkugel (Quelle: dpa)

Er konnte angesichts von vier Globes lachen: Der britische Regisseur Danny Boyle

Schillernd waren die Prominenten, die zu der Gala in Beverly Hills erschienen war. Eher unbekannt waren die Sieger: Das einfühlsame Kinodrama "Slumdog Millionaire", das in Indien mit zahlreichen wenig prominenten Schauspielern gedreht worden war, heimste die meisten Lorbeeren ein. Das Werk des britischen Regisseurs Danny Boyle gewann in den Kategorien "Bester Film", "Bester Regisseur", "Bestes Drehbuch" und "Beste Filmmusik".

Boyle sagte in seiner Rede, er danke den Juroren für ihre "verrückte, spannende Zuneigung" zu dem Film. Erzählt wird die Geschichte eines indischen Straßenjungen, der durch die Fernsehshow "Wer wird Millionär?" zum Star wird.

"Ich habe Dich 13 Jahre lang geliebt"

Doppelten Preissegen gab es für Kate Winslet. Trotz mehrfacher Nominierungen war die Hauptdarstellerin aus "Titanic" bei Oscars und Golden Globes immer leer ausgegangen. Zunächst erhielt sie für ihre Rolle als Straßenbahnschaffnerin in der Verfilmung des deutschen Bestseller-Romans "Der Vorleser" einen Globe für die beste weibliche Nebenrolle.

Kate Winslet, in einem schulterfreien schwarzen Kleid, hält in jeder Hand einen Globe hoch und lacht (Quelle: AP)

"Schaut her ich habe gewonnen": Kate Winslet bei der Preisverleihung

Dort spielt Winslet die erfahrene Liebhaberin eines viel jüngeren Mannes, die sich später in einem Kriegsverbrecherprozess verantworten muss. Einen weiteren Globe bekam sie für ihre Hauptrolle in "Revolutionary Road". Es war das dritte Mal in der 66-jährigen Geschichte des Golden Globe, dass ein Schauspieler oder eine Schauspielerin gleich zwei Auszeichnungen erhielt.

Zu Tränen gerührt dankte Winslet ihren beiden "Männern", ihrem Ehemann Sam Mendes, der bei "Revolutionary Road" Regie geführt hatte, und ihrem Filmpartner aus Titanic, Leonardo DiCaprio. An DiCaprio gerichtet sagte sie: "Ich habe Dich 13 Jahre lang geliebt". Ihrem Ehemann dankte sie für die harte Filmarbeit. "Ich bin es nicht gewohnt zu gewinnen", jubelte Winslet. "An meine Kinder, die mich im Fernsehen sehen: Schaut her, ich habe gewonnen", rief sie bewegt.

"Baader Meinhof Komplex" geht leer aus

Die Hoffnungen, dass der in der Kategorie "Bester ausländischer Film" nominierte deutsche Film "Der Baader Meinhof Komplex" über die Rote-Armee-Fraktion (RAF) einen Globe erhält, erfüllten sich nicht. Stattdessen wurde der animierte Dokumentarfilm "Waltz with Bashir" des israelischen Regisseurs Ari Folman ausgezeichnet. Dieser entstand unter Mitarbeit der deutschen Produzenten Gerhard Meixner und Roman Paul.

Eine Szene aus dem Trickfilm Waltz with Bashir: Drei Soldaten waten im Dunkeln durch Wasser; der Himmel ist durch Feuer erleuchtet (dpa)

Eine Szene aus dem Trickfilm "Waltz with Bashir"

"Ich hoffe, dass der Film Kindern eines Tages wie ein altes Videospiel vorkommt und nichts mehr mit ihrem Alltag zu tun hat", sagte Folman in seiner Dankesrede. In dem bewegenden, autobiografischen Film verarbeitet der Regisseur seine eigenen Erfahrungen bei der israelischen Armee. Er hatte 1982 als junger Soldat am israelischen Einmarsch im Libanon teilgenommen. Neben dem "Baader Meinhof Komplex" und "Waltz With Bashir" waren auch das italienische Mafia-Drama "Gomorrha" und Produktionen aus Frankreich und Schweden in dieser Kategorie nominiert worden.

Posthum für seine Nebenrolle als Film-Fiesling in dem Batman-Film "The Dark Knight" wurde Heath Ledger ausgezeichnet. Der 28-Jährige war vor fast einem Jahr an einer Medikamentenüberdosis gestorben. An seiner Stelle nahm Regisseur Christopher Nolan die Auszeichnung entgegen. Alle, die mit Ledger bei dem Projekt zusammengearbeitet hätten, verspürten angesichts der Ehrung eine "schreckliche Mischung aus Traurigkeit und unglaublichem Stolz", sagte Nolan.

Weitere Preise

Weitere Schauspielpreise gingen an den US-Darsteller Mickey Rourke für "The Wrestler" und an den Iren Colin Farrell für die tragikomische Mördergeschichte "Brügge sehen - und sterben?". Die Britin Sally Hawkins bekam die begehrte Weltkugel für ihre Rolle als optimistische Lehrerin in der Komödie "Happy-Go-Lucky". Woody Allens leichtfüßiger Sommerfilm "Vicky Cristina Barcelona" holte die Trophäe in der Kategorie beste Komödie. Der Filmemacher war bei der Preisverleihung nicht selbst anwesend.

Steven Spielberg mit Brille (Quelle: dpa)

Steven Spielberg wurde mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet

Mit dem Cecile B. DeMille Award für sein Lebenswerk wurde der US-Regisseur Steven Spielberg ausgezeichnet. Er kann bislang sechs Golden Globes sein eigen nennen, unter anderem für Filme wie "Schindlers Liste" und "Der Soldat James Ryan".

Die Globes werden vom Verein der Hollywood-Auslandspresse in insgesamt 25 Kategorien von Film und Fernsehen jährlich vergeben. Nach dem Oscar gelten sie als zweitwichtigster Filmpreis. Nur im vergangenen Jahr fiel die Verleihung aus: Die Drehbuchautoren hatten im Streit um mehr Geld gestreikt. (hy)