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Ostmitteleuropa

Gewaltsame Proteste in Warschau

- Demonstranten fordern Reformen im Bergbau, mehr Arbeitsplätze und höhere Löhne

Warschau, 15.10.2002, POLNISCHER RUNDUNK 1, poln.

Die Atmosphäre bei der von der Gewerkschaft Solidarnosc organisierten Demonstration in Warschau war gespannt. Die Demonstranten warfen Eier und Brandsätze auf das Gebäude, in dem sich die Kanzlei des Premierministers befindet. Über 5000 Protestierende versuchten, die Absperrungen vor der Kanzlei des Premierministers zu durchbrechen. Sie schlugen mit Holzstöcken gegen die Polizeischilde und warfen mit Brandsätzen, bis die Polizei zu Tränengas griff. Meldungen zufolge wurden zwei Polizisten verletzt. Dass ein Demonstrant verletzt worden ist, wurde nicht bestätigt.

(Eine Polizisten) Wir sind nicht aggressiv. Bitte, verhalten Sie sich ruhig.

(Reporter) Wogegen protestieren Sie?

(Ein Demonstrant) "Weil wir nur Groschen verdienen. Ich habe zwei Kinder und verdiene 1300 Zloty, Samstagarbeit eingeschlossen. Soviel kann man nur in einer Zeche verdienen! Und im Fernsehen wird behauptet, dass die Bergleute eine Menge verdienen. Was verdienen wir denn? Groschen!"

(Ein weiterer Demonstrant) "Warum wir protestieren? Weil wir einen Arbeitsplatz haben wollen."

(Ein weiterer Demonstrant) "Man wird die Zechen schließen, und was passiert mit uns? Es gab doch ein Restrukturierungsprogramm, nicht wahr? Und was ist geschehen? Gar nichts!" (...)

Piotr Duda, Chef der Gewerkschaft Solidarnosc der Region Slasko-Dobrowski (Süd-Polen - MD), sagte, der Chef der Kanzlei des Premierministers, Marek Wagner, habe die Gewerkschafter, die Forderungen unterbreitet hätten, ignoriert. Nach Dudas Worten erklärte Marek Wagner, die Verantwortung für die derzeitige Situation trage die letzte Regierung. Das aggressive Verhalten der Demonstranten - so Duda - sei durch das Vorgehen der Polizei in Janki (bei Warschau - MD) hervorgerufen worden. Polizisten hätten dort Demonstranten aus Bussen geholt und sie durchsucht.

(Duda) "Überrascht Sie das denn nach dem, was in Janki geschehen ist? Uns überrascht gar nichts mehr, und schon gar nicht nach dem, was wir hier im Sitz des Premierministers gehört haben."

(Reporter) Und was haben Sie nun unter diesen Umständen vor?"

(Duda) "Nichts. Wir werden die Demonstration beenden und wenn wir in unsere Büros zurückkehren, werden wir darüber nachdenken, was als nächstes zu tun ist, da die Regierung ja nicht die Absicht hat, mit uns zu reden."

Der Vorsitzende der Gewerkschaft, Janusz Sniadek, erklärte, die Vereinbarungen und Gespräche über Änderungen des Arbeitsgesetzes seien ausgesetzt worden. Die Regierung habe die Erwartungen der Gewerkschafter nicht erfüllt.

(Sniadek) "All unsere Befürchtungen, die wir vor drei oder vier Monaten geäußert haben, haben sich bewahrheitet. Der Dialog, der derzeit besteht, erweckt den Eindruck, dass wir an der Nase herumgeführt werden. Wir sind an der Nase herumgeführt worden. Es gibt keinerlei Schritte zur Wiederbelebung der Wirtschaft und zur Garantierung von mehr Arbeitsplätzen..." (TS)

  • Datum 18.10.2002
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