Gewalt bei Protesten in Honduras | Aktuell Amerika | DW | 16.12.2017
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Umstrittene Präsidentenwahl

Gewalt bei Protesten in Honduras

Heute in einer Woche soll der neue – und alte? – Präsident Honduras feststehen. Spätestens. Ob er von allen Seiten akzeptiert wird, steht auf einem ganz anderen Blatt. Bei Protesten der Opposition flogen Steine.

Knapp drei Wochen nach der Präsidentschaftswahl in Honduras haben erneut Anhänger der Opposition gegen das Ergebnis protestiert. Demonstranten errichteten Straßensperren. In der Hauptstadt Tegucigalpa wurden Steine geschleudert, Autoreifen angezündet und ein Armeefahrzeug in Brand gesteckt. Soldaten setzten Tränengas gegen die Regierungsgegner ein.

"Die Honduraner haben das Recht, zu demonstrieren", sagte Ex-Präsident Manuel Zelaya, der die Regierungsgegner unterstützt.

Wahlen in Honduras (picture-alliance/dpa/F.Antonio)

Polizei und Demonstranten vor einer brennenden Barrikade in Tegucigalpa

In den ersten Stunden nach der Wahl am 26. November hatte Oppositionskandidat Salvador Nasralla einen deutlichen Vorsprung vor dem amtierenden Staatschef Juan Orlando Hernández, nach mehrtägigen Verzögerungen bei der Auszählung lag dann aber der Staatschef vorne. Nach Angaben des Obersten Wahlgerichts kam er auf 42,98 Prozent, sein linksgerichteter Herausforderer auf 41,38 Prozent.

"Gefährlich und illegal"

Die Opposition erkennt das Ergebnis nicht an und wirft der Regierung Wahlfälschung vor. Ein Teil der Wahlzettel wurde bereits neu ausgezählt, ohne das sich das Ergebnis veränderte. Derzeit prüft das Wahlamt über 150 Beschwerden über Unregelmäßigkeiten. Bislang hat die Behörde noch keinen Sieger bekannt gegeben. Die Verzögerung und die Manipulationsvorwürfe haben in den vergangenen Wochen immer wieder zu Protesten geführt. Spätestens am 23. Dezember will das Wahlamt den Sieger verkünden.

Seit der Wahl sind nach Angaben von Amnesty International mindestens 14 Menschen bei Protesten getötet worden. Die Menschenrechtsorganisation wirft der honduranischen Regierung ein "gefährliches und illegales" Vorgehen gegen Anhänger der Opposition vor.

rb/ie (afp, ap, dpa)

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