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Aktuell Europa

Gewalt an Mazedoniens Grenzzaun zu Griechenland

Mazedonien will mit einem drei Meter hohen Zaun sogenannte Wirtschaftsmigranten fernhalten - so die eigene Darstellung. Während der Bauarbeiten greifen Flüchtlinge mit Steinen die Polizei an. Die setzt Blendgranaten ein.

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Spannungen an Mazedoniens Grenzzaun wachsen

Das Balkanland Mazedonien hat mit dem Bau eines drei Meter hohen Grenzzauns zum südlichen Nachbarn Griechenland begonnen. Damit sollten sogenannte Wirtschaftsflüchtlinge an der Weiterreise auf der Balkanroute Richtung Österreich und Deutschland gehindert werden, erklärten die Behörden. Zahlreiche Menschen warfen an der Grenze mit Steinen auf Polizisten. 18 Beamte seien verletzt worden, melden örtliche Medien unter Berufung auf das Innenministerium.

Ein Flüchtling hatte sich zuvor bei dem Versuch, auf einen Zug zu klettern, einen Stromschlag und schwere Verbrennungen zugezogen, was möglicherweise die Gewalt auslöste. Laut einem Fotografen der Nachrichtenagentur Reuters griff daraufhin eine wütende Menge die mazedonischen Polizisten an. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Menschen zurückzutreiben.

Mazedonische Soldaten errichten einen Metallzaun an Grenze zu Griechenland (Foto: Reuters)

Drei Meter hohe Stahlpfosten: Mazedonische Soldaten beim Bau des Grenzzauns

Am Donnerstag hatten hunderte verzweifelte Migranten versucht, einen Stacheldrahtzaun an der mazedonisch-griechischen Grenze niederzureißen. Einige warfen Steine auf die Grenzpolizisten, während andere riefen: "Wir wollen nach Deutschland."

"Flüchtlinge können nicht versorgt werden"

Die frühere Teilrepublik Jugoslawiens liegt an der sogenannten Balkanroute. Über diese sind bereits Hunderttausende Flüchtlinge von der Türkei über Griechenland in den Westen und Norden Europas weitergezogen. Bisher ist kaum ein Flüchtling in Mazedonien geblieben, doch das könnte sich ändern, wenn weiter nördlich liegende Länder den Menschen zunehmend die Einreise verweigern und selbst Grenzzäune errichten.

Mazedonien sei nicht darauf vorbereitet, eine große Zahl von Menschen für längere Zeit zu versorgen, machte Präsident Djordje Ivanov deutlich. Seit rund einer Woche lässt Mazedonien - wie auch Serbien und Kroatien - nur noch Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und dem Irak durchreisen. Alle anderen Ankömmlinge werden als Wirtschaftsmigranten angesehen. Auf der griechischen Seite in Idomeni stranden deshalb immer mehr Menschen. Mehr als 2000 sollen es aktuell sein.

Ungarn, Slowenien, Österreich ...

Ungarn hatte Mitte September die Grenze zu Serbien und später auch die Grenze zu Kroatien abgeriegelt. Als Reaktion darauf begann auch Slowenien an der Grenze zu Kroatien mit dem Bau eines Zauns. Österreich wiederum verstärkt angesichts des Flüchtlingsandrangs seine Grenzsicherung zu Slowenien. Unter anderem soll in ein bis zwei Monaten ein knapp vier Kilometer langer und 2,20 Meter hoher Zaun am Grenzübergang Spielfeld in der Steiermark entstehen.

se/jj/pg (rtr, ape, afp)

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