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Wirtschaft

General Motors streicht 25.000 Stellen

Der weltgrößte Autobauer will bis 2008 in den USA rund 25.000 Stellen streichen. General Motors hatte zuletzt mit sinkendem Absatz, Qualitätsproblemen und einer wachsenden Schuldenlast zu kämpfen.

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Massive Einsparungen


General Motors (GM) will nach harten Sanierungsschnitten in Europa nun auch in den USA bis 2008 mindestens 25.000 Stellen streichen. Konzernchef Rick Wagoner kündigte auf der Hauptversammlung am Dienstag (7.6.2005) außerdem die Schließung von mehreren Fertigungsstätten und Komponentenwerken an. Die Produktionskapazität soll bis Ende dieses Jahres auf fünf Millionen Autos reduziert werden - gegenüber sechs Millionen in 2002. Hierdurch sollen jährliche Kostensenkungen von 2,5 Milliarden Dollar erreicht werden.

"Schwache Leistung"

Von den angekündigten Jobstreichungen sind rund 14 Prozent der Gesamtbelegschaft von 180.000 Mitarbeitern in Nordamerika betroffen. Mit dem Sparpaket will das GM-Management die massiven Probleme der dortigen Sparte beheben, die im ersten Quartal einen Verlust von 1,3 Milliarden Dollar eingefahren hatte. Der Marktanteil von GM in den USA sank binnen eines Jahres von 26,3 Prozent auf 25,2 Prozent.

Wagoner sprach von einer "schwachen Leistung" des Bereichs. Die Kostenreduzierung solle nun durch volle Ausschöpfung der Produktionskapazitäten beschleunigt werden. Außerdem gehe es um eine Qualitätsoffensive. Weitere Details nannte der Konzernchef zunächst nicht.

Am Markt vorbei produziert

Experten bemängeln, dass GM in Nordamerika zu sehr am Markt vorbeiproduziere. Wegen der hohen Spritpreise war der Verkauf der sportlichen Geländewagen (SUVs) zuletzt stark zurückgegangen. GM in den USA leidet außerdem unter hohen Ausgaben für die unternehmenseigene Krankenversicherung, die Jahr für Jahr Milliardenbeträge verschlingt. So werde derzeit jedes Fahrzeug mit rund 1500 Dollar Kosten für die Krankenversicherungen der Mitarbeiter belastet. Es liefen "intensive Diskussionen" mit den Gewerkschaften über die Senkung der Kosten für die Gesundheitsfürsorge, sagte Wagoner.

Im vergangenen Jahr hatte General Motors bereits die europäischen Töchter Opel und Saab zu massiven Einsparungen verpflichtet. Dabei standen zunächst auch die Standorte in Deutschland auf dem Prüfstand. Bei Opel hatten sich Arbeitnehmervertreter und GM dann nach monatelangen Verhandlungen im März endgültig auf eine Sicherung für die Werke Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern bis zum Ende des Jahrzehnts verständigt.

Positive Nachrichten von GM-Tochter Opel

Dabei sollen bis 2007 rund 9500 und damit rund ein Drittel aller Stellen abgebaut werden. Betriebsbedingte Kündigungen soll es zunächst nicht geben. Die Belegschaft musste aber auch Zugeständnisse bei Lohn und Arbeitszeit machen.

Mittlerweile kann die GM-Tochter Opel in Deutschland einen positiven Auftragstrend vermelden: Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) in Flensburg meldete am Dienstag (7.6.2005), in den ersten 5 Monaten 2005 seien rund 145.000 Fahrzeuge von Opel zugelassen worden - ein Plus von 5,1 Prozent gegenüber Vorjahr.

Opel rechnet nicht mit Personalabbau

Nach Rücksprache mit dem Management von GM Europe gehe der Gesamtbetriebsrat davon aus, dass über den bei Opel bereits beschlossenen Personalabbau nicht hinausgegangen werde. GM hat in diesem Jahr bereits mehrere Werke in den USA geschlossen. Über 5000 Beschäftigte sind davon betroffen. Ein Teil der Mitarbeiter wird aber voraussichtlich neue Stellen innerhalb des Konzerns finden. (mb)

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