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Geldwäsche

Geldwäsche-Verfahren gegen chinesische Großbank ICBC in Spanien

Spanien hat seine Ermittlungen gegen die chinesische Großbank ICBC ausgeweitet - eine der größten Banken der Welt. Es geht um den Verdacht der "kontinuierlichen Geldwäsche" für die chinesische Mafia.

Der Tochter mit Sitz in Luxemburg wird vorgeworfen, über die Niederlassung in Madrid mehrere hundert Millionen Euro nach China geschleust zu haben. Das oberste Gericht Spaniens gab den Ermittlern deshalb grünes Licht, um die Geschäfte am Europa-Hauptsitz in Luxemburg unter die Lupe zu nehmen. Richter Ismael Moreno wies ICBC Luxemburg an, einen Verantwortlichen und einen Anwalt zu benennen. ICBC Luxemburg sei über die Geschäfte in Spanien informiert gewesen.

Die Industrial and Commercial Bank of China ist die größte Bank Chinas und eine der größten weltweit. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, droht dem Unternehmen eine Geldstrafe, die Beschlagnahmung von Vermögen oder gar die Schließung.

Gelder krimineller Organisationen

Wie es aus den Reihen der spanischen Ermittler heißt, wurde auf Anweisung des ICBC-Vorstandes in Luxemburg Ende 2010 in Madrid eine Filiale der Bank gegründet, um von kriminellen Organisationen wie "Emperador" (Kaiser) oder "Snake" (Schlange) illegal erzielte Gewinne bewusst der Geldwäsche zu unterziehen.

Dabei habe die Bank weder die Herkunft der Gelder überprüft noch Maßnahmen zur Verhinderung von Geldwäsche oder Finanzierung von Terrorismus getroffen. Die Kunden seien mehrheitlich mutmaßliche chinesische Bandenmitglieder gewesen.

Schon seit 2015 im Visier der Ermittler

Gelder der chinesischen Mafia sollen jahrelang illegal außer Landes geschafft worden sein. Es ist laut Medienberichten von "mindestens 40 Millionen Euro" die Rede. Die Justiz ist den mutmaßlich illegalen Geschäften der Bank in Spanien seit Mitte 2015 auf der Spur. Die Ermittler waren damals bei der Zerschlagung eines chinesischen Geldwäscherings auf ICBC aufmerksam geworden.

Anfang 2016 wurden in Madrid dann mehrere Topbanker - darunter der Direktor der Madrider Niederlassung sowie die Nummer zwei der Bank in Europa - festgenommen. ICBC hat bislang die Vorwürfe zurückgewiesen. In einer noch aus dem vergangenen Jahr stammenden Stellungnahme heißt es, die Gesetze gegen Geldwäsche würden von der Bank "strikt befolgt".

haz/jj (dpa, rtr)