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Festival am Nürburgring

Geht "Rock am Ring" nach Terroralarm weiter?

Die Behörden stehen vor einer schwierigen Entscheidung - an diesem Samstagvormittag soll sie fallen. Die Fans, die nach einer Terrorwarnung das Gelände verließen, warten darauf, ob das Musikspektakel fortgesetzt wird.

Nach einem Terroralarm beim Festival "Rock am Ring" und dessen Unterbrechung haben Tausende Musikfans eine friedliche Nacht in ihren Zelten verbracht. "Aus polizeilicher Sicht verlief die Nacht ohne besondere Vorkommnisse", sagte ein Behördensprecher in Koblenz. Ob das Festival in der Eifel weitergeht oder vorzeitig endet, soll an diesem Samstag bekanntgegeben werden. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz will sich um 11.00 Uhr am Nürburgring zu den Ereignissen äußern.

Das legendäre Musikfestival war am Freitagabend ausgesetzt worden, weil die Polizei Hinweise auf eine mögliche terroristische Gefährdung hatte. Zehntausende Besucher verließen daraufhin innerhalb kurzer Zeit geordnet und ruhig das Veranstaltungsgelände, wie Veranstalter Marek Lieberberg berichtete. Das geschah noch vor dem Auftritt von Rammstein, einer der zugkräftigsten Bands von "Rock am Ring".

Lieberberg wollte sich nach eigenen Angaben darum bemühen, die Band an diesem Samstag auftreten zu lassen, falls das Festival fortgesetzt werden kann. Dass das Gelände geräumt werden musste, sah der Veranstalter kritisch. "Ich glaube, dass wir hier für das büßen müssen, was im Fall Amri oder in anderen Fällen zu wenig getan wurde", sagte Lieberberg. Durch Versäumnisse der Ermittlungsbehörden sei eine andere Gemütslage eingetreten, so dass womöglich "schneller gravierende Entscheidungen getroffen werden als vorher". Der Islamist Anis Amri hatte im Dezember 2016 bei einem Lastwagen-Anschlag in Berlin zwölf Menschen getötet. 

Musikfestival Rock am Ring (picture-alliance/dpa/T.Frey)

Feuerwehrleute im Bühnenbereich: 85 Bands sollten von Freitag bis Sonntag auftreten

Der genaue Hintergrund für den Terroralarm am Nürburgring ist noch unklar. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung verhörte die Polizei zwei Mitarbeiter eines Subunternehmens, die möglicherweise Bezüge zur Salafistenszene haben. Es sei befürchtet worden, dass die beiden Männer verdächtige Gegenstände auf dem Gelände deponiert hatten. Die Polizei wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Sicherheitskräfte setzten an diesem Samstagmorgen die Durchsuchung des Areals fort.

Das dreitägige Festival hatte am Freitagnachmittag begonnen. Schon vor der Unterbrechung hatten Sicherheitsbedenken das Rock-Event begleitet. Die Polizeikräfte waren auf mehr als 1200 Beamte aufgestockt worden. Hintergrund dafür war auch der Anschlag auf ein Konzert von Ariana Grande in Manchester vor anderthalb Wochen.

jj/gri (dpa, rtr)

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