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Deutschland

"Geh Denken" - ein Zeichen gegen Rechts

Mehrere tausend Menschen haben in Dresden mit Sternmärschen und Kundgebungen gegen Rechtsextremismus demonstriert. Die Proteste richteten sich gegen eine Neonazi-Demo zum Jahrestag der Bombardierung Dresdens.

Ein Großaufgebot der Polizei trennte linke und rechte Demonstranten (Foto: AP)

Ein Großaufgebot der Polizei trennte linke und rechte Demonstranten

Ein Großaufgebot der Polizei versuchte die verschiedenen Demonstranten-Gruppen auseinanderzuhalten. Die Kundgebungen blieben zwar überwiegend friedlich, vereinzelt kam es dennoch zu Ausschreitungen. Nach Polizeiangaben warfen Anhänger der linken Szene in einem Fall Steine und Flaschen auf Beamte. Einige Polizisten wurden dabei verletzt. Auch zwei Einsatzwagen wurden umgekippt. Mehrere Dutzend Menschen wurden in Gewahrsam genommen.

Überparteiliches Bündnis ruft zu Protesten auf

Demonstranten warfen unter anderem Polizeifahrzeuge um (Foto: AP)

Auch Polizeifahrzeuge kamen bei den Protesten zu Schaden

Ein überparteiliches Bündnis hatte die Dresdner aufgerufen, unter dem Motto "Geh Denken" ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. Auch bundespolitische Prominenz wie der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering, Grünen-Chefin Claudia Roth und der Fraktionsvorsitzende der Linkspartei im Bundestag, Gregor Gysi, reihten sich ein. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sagte zum Auftakt: "Es ist gut, dass hier so viele Menschen stehen und Flagge zeigen. Wir müssen die Antidemokraten heute und an jedem anderen Tag in die Schranken weisen."

"Die Opfer haben ein würdiges Andenken verdient und keine Vereinnahmung durch rechtsextreme Propaganda", sagte Roth. "Wenn Rechtsextreme vom so genannten Bomben-Holocaust in Dresden reden, dann ist das der Versuch, die nationalsozialistische Terrorherrschaft zu relativieren, sie vergleichbar zu machen. Das ist der perfide Sinn hinter der verlogenen Nazi-Trauer hier in dieser Stadt." Gysi verlangte ein Verbot der rechtsextremen NPD, die an vorderer Stelle am Nazi-Aufmarsch teilnahm. Müntefering erinnerte an die Schuld der Nazis am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges. "Keine Toleranz gegenüber Intoleranten. Das gehört zur wehrhaften Demokratie auch mit dazu."

Inschrift erinnert an Opfer der Bombennacht

Dresden wurde durch die Bombenangriffe der Alliierten massiv zerstört (Foto: Archiv)

Dresden am Ende des Zweiten Weltkriegs nach der Luftoffensive der Allierten

Seit Samstag erinnert eine Inschrift auf dem Altmarkt an die Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg. Die Inschrift gibt Auskunft darüber, was geschah: "Hier wurden die Leichname tausender Opfer der Luftangriffe des 13. und 14. Februar 1945 verbrannt. Damals kehrte der Schrecken des Krieges, von Deutschland aus in alle Welt getragen, auch in unsere Stadt zurück." Bei der Bombardierung Dresdens durch Briten und Amerikaner kamen etwa 25.000 Menschen ums Leben. Der Jahrestag wird regelmäßig von Rechtsextremisten instrumentalisiert. (fw)

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