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Aktuelles

Gedenken an die Mauertoten

Vor 51 Jahren begann der Bau jener Mauer, die Deutschland über Jahrzehnte teilte. Bei einer Andacht gedachten Politiker in Berlin der zahlreichen Toten am DDR-Grenzzaun.

Bei der zentralen Gedenkveranstaltung in Berlin erinnerten Vertreter der Bundesregierung und der Stadt Berlin an die Opfer des Mauerbaus vor 51 Jahren. Bei einer Andacht in der Gedenkstätte Berliner Mauer, einem Teil des ehemaligen Grenzstreifens, legten der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung Markus Löning (FDP) und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) Kränze nieder.

Am 13. August 1961 hatte die damalige DDR-Führung unter Walter Ulbricht mit dem Bau von umfangreichen Grenzanlagen begonnen. Rund um den freien Westteil Berlins wurde ein meterhohes Betonbollwerk, die Berliner Mauer, errichtet. Auf über 155 Kilometern wurde damit die Teilung von Ost und West zementiert.

"Der 13. August erinnert uns jedes Jahr an unsere Verantwortung für die Menschenrechte und die Menschlichkeit", sagte Markus Löning in der Kapelle der Versöhnung, die Teil der neu konzipierten Gedenkstätte Berliner Mauer ist. "Wir gedenken aller Menschen, die an der Mauer gestorben sind, die dort verletzt und die verfolgt und eingesperrt wurden, weil sie Freiheitsrechte wahrnehmen wollten", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit auf der Veranstaltung.

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Gedenken am Jahrestag des Mauerbaus

Manfred Fischer, der protestantische Geistliche in der Kapelle der Versöhnung, erinnerte die zahlreichen prominenten Gäste aus Politik und Zivilgesellschaft an den gescheiterten Fluchtversuch von Peter Fechter, der als junger Mann am 17.August 1962 an der Mauer starb. Mit Blick auf den Fall der Mauer am 9.November 1989 und das glückliche Ende der deutsch-deutschen Teilung fügte der Pastor aber hinzu: "Die Mauer war überwindbar".

Er zeigte sich hoch zufrieden über die weiteren Baufortschritte bei der mehrjährigen Neugestaltung der Gedenkstätte Berliner Mauer. Auf dem Gelände des ehemaligen Mauerstreifens an der Bernauer Straße habe das Gedenken an die Toten jetzt ein würdiges Zuhause: "Es hat sich gelohnt, die Spuren dieses Tatortes zu erhalten."

Freiheit muss verteidigt werden

28 Jahre hatte die Mauer Westdeutschland von seinem sozialistischen Bruderstaat getrennt. Berlins Regierender Bürgermeister Wowereit betonte, dass Freiheit auch am 51.Jahrestag des Mauerbaus noch immer keine Selbstverständlichkeit geworden sei.

Gedenkstätte Berliner Mauer (Foto: Tim Brakemeier)

Gestorben, weil sie Freiheitsrechte wahrnehmen wollten: Gedenkstätte Berliner Mauer

Die Erinnerung an Unfreiheit und Diktatur, wie sie in der Berliner Mauer zum Symbol geworden sei, müsse daher auch bei kommenden Generationen wach gehalten werden, sagte er. "Aus dem Wissen um die Verwundbarkeit der Demokratie lebt die Bereitschaft, sich für den freiheitlichen Rechtstaat zu engagieren und Gesicht zu zeigen gegen seine Feinde."

Demokratie als Schulfach

Auch die Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Deutschen Bundestag, Renate Künast und Jürgen Trittin, erinnerten in einer gemeinsamen Erklärung daran, dass das Wachhalten der Erinnerung eine zentrale Aufgabe auch heute sei: "Die Auseinandersetzung und Erinnerung an die deutsch-deutsche Teilung muss verstärkt im Schulunterricht behandelt werden, denn Demokratie und Freiheit brauchen Menschen, die sich für sie einsetzen und sie am Leben halten."

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Zur Erinnerung: Berliner malt Mauer-Panorama

Nach letzten wissenschaftlichen Erkenntnissen starben bis 1989 mindestens 136 Menschen bei dem Versuch, die Mauer von Ost nach West zu überwinden, 98 bei Fluchtversuchen. Letzte Zweifel über die exakte Zahl der Toten an der innerdeutschen Grenze sollen durch ein neues Forschungsprojekt beseitigt werden. Der 'Forschungsverbund SED-Staat', angesiedelt bei der Freien Universität Berlin, soll helfen, Klarheit über letzte ungeklärte Grenzzwischenfälle und mögliche Mauertote zu erhalten.

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