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Fokus Osteuropa

Gebiet Twer wirbt um Auslands-Russen

Das Gebiet Twer unterstützt das von Präsident Wladimir Putin erlassene Programm zur Rückkehr von Landsleuten nach Russland. Die Gründe dafür erläutert im Gespräch mit der DW der Gouverneur von Twer, Dmitrij Seljonin.

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Fehlen in der Russischen Föderation Arbeitskräfte?

DW-RADIO/Russisch: Warum haben Sie und Ihr Gebiet sich entschieden, das staatliche Programm zur Förderung der freiwilligen Rückkehr von Landsleuten in die Russische Föderation zu unterstützen? Fehlen Ihnen Arbeitskräfte oder sind es andere Gründe?

Dmitrij Seljonin: Das Gebiet Twer liegt zwischen den beiden russischen Hauptstädten. Lange Zeit war dies ein Nachteil, denn die Metropolen zogen Arbeitskräfte ab. Aber nun, wo die Wirtschaft offen und die Verwaltungsmethoden modern sind, bessert sich die Lage. Unsere Wirtschaft wächst weiter, schneller als im russischen Durchschnitt. In letzter Zeit ist es gelungen, die Region für Investitionen attraktiver zu machen. Derzeit wird bereits ein Dutzend großer Investitionsprojekte umgesetzt. Die vorhandene Industrie wird modernisiert. Schon jetzt werden deswegen Arbeitskräfte gebraucht - in nächster Zukunft werden Tausende von Arbeitern benötigt. Unser Gebiet kann Spezialisten eine Arbeit und einen ständig wachsenden Lebensstandard in Aussicht stellen.

Wer soll sich Ihrer Meinung nach im Gebiet Twer niederlassen. Was ist wichtiger, das Alter, der Beruf oder die Volkszugehörigkeit?

Die größte Bedeutung hat natürlich die berufliche Qualifizierung des Rückkehrers. Was die Volkszugehörigkeit betrifft, so spielt doch für den Arbeitsgeber, für den Staat und auch für den Rückkehrer selbst eine große Rolle, dass er sich schnell anpassen und in das positive soziale Umfeld integrieren kann. Deswegen laden wir bevorzugt solche Menschen in das Gebiet Twer ein, die die russische Kultur achten und für die das Russische das wichtigste Mittel zur Kommunikation ist. Auf dem regionalen Arbeitsmarkt werden qualifizierte Spezialisten gesucht, Schweißer, Elektriker, Baggerführer und andere, die in der Industrie gebraucht werden. Denn wir wollen, dass sich Industriebetriebe weiterentwickeln. Natürlich brauchen wir auch hochqualifizierte Spezialisten mit Hochschulabschluss, aber für sie werden die Quoten geringer sein. Beispielsweise besteht derzeit ein Defizit an Ärzten, die bereit sind, auf dem Lande zu arbeiten.

Fürchten sie nicht, dass die Rückkehrer von der russischen Gesellschaft abgelehnt werden?

Die Fremdenfeindlichkeit wird in Russland klar übertrieben. Jedenfalls gibt es sie auf dem Lande fast gar nicht. Das Gebiet Twer ist für seine Toleranz gegenüber Vertretern anderer Nationalitäten, Religionen und Kulturen bekannt. Wir verfügen über viele Erfahrungen bei der Integration von Übersiedlern. Von Konflikten und Extremismus kann keine Rede sein. Die Verwaltung verfolgt eine gezielte Politik, mit der diese Tendenzen gefestigt werden. Wir stehen mit allen 23 nationalen Kulturverbänden, die es im Gebiet Twer gibt, in Kontakt.

Welche Garantien können Sie als Gouverneur den Rückkehrern gewähren?

Wenn eine Person zu uns kommt, dann sind die regionalen Behörden für sie verantwortlich. Erstens, die Person zieht dorthin um, wo sie einen bestimmten Arbeitsplatz bekommt. Zweitens, wenn etwas passiert und der Rückkehrer und seine Familie in Schwierigkeiten geraten, dann müssen die Gebietsbehörden, die für den Sozialschutz zuständig sind, sie unterstützen: rechtzeitig Beihilfen zahlen und einen neuen Arbeitsplatz suchen. Das wird natürlich nur dann möglich sein, wenn jene Personen einen klaren Rechtsstatus haben. Wir erwarten, dass auf föderaler Ebene der Status deutlich definiert und im Gesetz festgeschrieben wird.

Das Gespräch führte Daria Bryanzewa
DW-RADIO/Russisch, 28.7.2006, Fokus Ost-Südost

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