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Industriekonzerne

GE streicht viele Stellen

Erst Siemens, nun General Electric: Der US-Industriekonzern streicht in Deutschland weit mehr als tausend Stellen. Auch in anderen Ländern gehen tausende Jobs verloren. GE will dadurch eine Milliarde Dollar sparen.

Als Grund für den großen Jobabbau werden schlechte Geschäfte auf dem Energiemarkt genannt. In Deutschland fallen deshalb 1.600 Stellen weg, teilte General Electric (GE) mit. Vollständig geschlossen werden GE-Standorte  in Berlin und Mönchengladbach.  Die Standorte Mannheim, Stuttgart und Kassel seien ebenfalls von Streichungen betroffen.

Erst Mitte November hatte auch der GE-Rivale Siemens den Abbau von rund 7000 Arbeitsplätzen angekündigt, davon die Hälfte in Deutschland. Auch dabei geht es um das Geschäft mit Turbinen, Generatoren und großen Elektromotoren.

Weltweit will General Electric in der Energiesparte etwa 12.000 Stellen streichen. Vom Stellenabbau betroffen sind vor allem Arbeitsplätze außerhalb der USA. Allein in der Schweiz will GE rund 1400 Arbeitsplätze abbauen - das entspricht einem Drittel aller dortigen Jobs. Ziel ist, die strukturellen Kosten im nächsten Jahr um eine Milliarde US-Dollar zu senken.

Der Konzern beschäftigt in Deutschland nach eigenen Angaben an mehr als 50 Standorten rund 10.000 Mitarbeiter. Deutschland bleibe ein wichtiger Markt und Standort, beteuerte das Unternehmen und verwies auf eine Investition über 115 Millionen Euro im Geschäftsbereich metallischer 3D-Druck.

"Besonders massiver Druck"

Die Gewerkschaft IG Metall kündigte umgehend Widerstand gegen die Pläne an. Angesichts der Milliardengewinne in allen Geschäftsfeldern sei der geplante Stellenabbau nicht nachvollziehbar, sagte Marco Sprengler von der Gewerkschaft in Freiburg. Die IG Metall verwies darauf, dass die Power-Sparte zuletzt eine operative Marge von 9,5 Prozent eingefahren und deutlich zu den Milliardengewinnen des US-Konzerns beigetragen habe.

Alstom General Electric in Frankreich (picture-alliance/dpa)

Alstom und General Electric in Frankreich, in Belfort

Dagegen teilte GE zur Begründung mit:  "In Deutschland steht der Markt für konventionelle Kraftwerke unter besonders massivem Druck." Man habe in den vergangenen Jahren "kaum ein größeres Projekt" umsetzen können.

Der amerikanische Industrie-Riese ist allerdings auch wegen hausgemachter Probleme unter Druck und versucht, mit einem Konzernumbau die Wende zu schaffen. So machte sich GE mit dem Kauf der Energiesparte von Alstom noch abhängiger vom schwankenden Öl- und Gasgeschäft. Die Alstom-Bahntochter, die etwa den TGV herstellt, ging an den deutschen GE-Konkurrenten. Sie soll mit dem entsprechenden Geschäftszweig von Siemens zusammengebracht werden.

ar/uhe (dpa, rtr, afp)

 

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